Die bevorstehende Modernisierung des einzigen russischen Flugzeugträgers „Admiral Kusnezow“ soll zwei Jahre dauern, schreibt Sputnik unter Berufung auf «Gaseta.ru».

Das 35. Schiffsreparaturwerk im nordrussischen Gebiet Murmansk soll die Modernisierung der „Kusnezow“ übernehmen, hieß es demnach von Fachleuten der russischen Rüstungsindustrie berichtet. Das noch zu Sowjetzeiten gebaute Schiff bekommt neue Luftabwehr- und Leitsysteme, aber auch mehr Platz an Bord, um Flugzeuge mitzuführen. Die zentrale Schwierigkeit besteht allerdings darin, den Antrieb grundlegend zu reparieren.

Die Maschinenanlage soll einer Grundüberholung unterzogen werden. Ein russischer Schiffbauer, der aktuelle Entwicklungsstand von Dampfkesseln und Dampfturbinen bei russischen Überwasserschiffen entspreche ungefähr dem der 60er und 70er Jahre. Seitdem hätten sich die Anlagen kaum verändert: Anstatt sie zu modernisieren, habe man lieber Gasturbinen und Atomreaktoren gebaut. Deshalb seien nun Schwierigkeiten mit Ersatzteilen und qualifiziertem Personal offenbar zu erwarten. Dabei sei nicht geplant, die Dampfkessel der „Kusnezow“ durch eine Gasturbinenanlage oder einen Atomantrieb auszutauschen. Ein solcher Austausch wäre nach Ansicht des Fachmanns allzu umständlich – noch umständlicher gar, als der Bau eines komplett neuen Schiffes.

 

Die Startvorrichtungen für Seezielflugkörper des Typs Granit sollen dem Bericht zufolge wahrscheinlich abmontiert werden. Dies soll es ermöglichen, Platz zu sparen und folglich mehr Flugzeuge und Hubschrauber mitzuführen.

Nach Auffassung des einstigen Chefs des sowjetischen Marinestabs, Viktor Krawtschenko, sollten auch die Start- und Landevorrichtungen für die Flugzeuge modernisiert werden, um Zwischenfälle wegen technischer Defekte auszuschließen – wie jene während des Syrien-Einsatzes. Damals war eine Su-33 wegen eines gerissenen Fangseils ins Meer gestürzt. Nach der Modernisierung soll der Flugzeugträger vor allem Jagdflugzeuge des Typs MiG-29K mitführen, aber auch Kampfhubschrauber Ka-52K sowie Ka-27-Maschinen für Such- und Rettungseinsätze.


Die Flugabwehr der „Kusnezow“ soll ebenfalls stärker werden. Das Schiff bekommt nach Angaben der Onlinezeitung wahrscheinlich eine seegestützte Version des Luftabwehrsystems Panzir-S sowie neuartige Fla-Lenkflugkörper mittlerer Reichweite. Der Flugzeugträger erhält laut gazeta.ru auch ein neuartiges Informations- und Leitsystem des Typs Sigma. Dieses System soll elektronische Anlagen vernetzen, um die Flugzeugträger-Kampfgruppe besser zu lenken.

Unterdessen wird in Russland an einem neuen Flugzeugträger getüftelt. Dieser soll atomgetrieben sein. Das Projekt hat den Codenamen 23000 Schtorm und stammt von dem Entwickler Krylow.

 

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