In Moskau ist die Meldung der Nachrichtenagentur Reuters dementiert worden, Russland hätte Spezialkräfte auf einen ägyptischen Fliegerstützpunkt an der Grenze zu Libyen verlegt.

Der Erste Vizevorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Föderationsrat (Parlamentsoberhaus), Wladimir Dschabarow, nannte das „eine Fake-Nachricht, auf die man gar nicht achten sollte“. Und der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, versicherte: „Es gibt keine russischen Spezialeinheiten in Sidi Barrani.“

Der General verwies zugleich darauf, dass einige westliche Medien schon seit vielen Jahren solche Fake-Newsunter Berufung auf anonyme Quellen verbreiten. Besonders oft komme das in der Ukraine und den baltischen Ländern vor. „Und absolut dumm und unanständig klingen die Behauptungen der amerikanischen Geheimdienste, die Aufklärungsmöglichkeiten der USA wären wegen der Heranziehung von Vertragssoldaten und Agenten in Zivilkleidung beeinträchtigt worden“, so Konaschenkow.

Auch Reuters führte keine Beweise für diese Mitteilung an und sprach lediglich von einer Quelle in den US-Geheimdiensten, die nicht genannt werden wollte. Auch Kairos Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Der Sprecher der ägyptischen Streitkräfte, Tamer al-Rifai, erklärte gegenüber Reuters: „Auf ägyptischem Boden gibt es keine Soldaten aus anderen Ländern. Das ist eine Frage unserer Souveränität.“

Unbegründete Vorwürfe gegen russische Militärs sind für einige westliche Medien und Beamte schon fast eine selbstverständliche Sache. Erst vor wenigen Tagen hatte der Befehlshaber der Koalitionstruppen in Syrien, US-General Stephen Townsend, behauptet, die russische Luftwaffe hätte bei Manbidsch im Norden Syriens die Stellungen der von den USA kontrollierten Oppositionskräfte bombardiert. „Wir tätigten sofort mehrere Telefonanrufe, wobei wir unseren Kanal zur Vorbeugung von Zwischenfällen nutzten, und die Russen räumten das ein und stellten die Bombenangriffe ein“, so der General.

Im russischen Verteidigungsministerium bestätigte man, dass es am 28. Februar ein solches Telefonat gegeben hätte, wobei US-Vertreter die Koordinaten des Aufenthalts der von den USA unterstützten Oppositionellen bei Manbidsch mitteilten. „Diese Informationen wurden zur Kenntnis genommen. Aber es wurde kein einziger Schlag der syrischen oder russischen Fliegerkräfte gegen die von den Amerikanern angegebenen Gebiete versetzt“, betonte ein Sprecher der Militärbehörde.

Quelle: Rossijskaja Gaseta / Sputnik Deutschland