An den Finanzmärkten deutet sich eine Neuordnung an: Das jahrelang verpönte Russland wird auf einmal zum sicheren Hafen für Investoren, schreibt Holger Zschäpitz in seinem jüngsten Beitrag für die Tageszeitung „Die Welt“. Das einst so sichere Europa komme unter die Räder.

 

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„(Russlands Präsident) Wladimir Putin hat es geschafft: Ausgerechnet die Finanzmärkte, die ihn jahrelang zur Persona non grata erklärt hatten, rehabilitieren ihn nun. Plötzlich ist Russland  in den Augen der großen Investoren der sichere Hafen, den es anzusteuern gilt, da die Euro-Zone mal wieder in der Krise steckt. Die politischen Turbulenzen in Europa lassen russische Staatsanleihen wie eine sichere Wette aussehen“, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Beitrag.

 

Deutlich werde das an den Kreditausfallversicherungen für einzelne Länder, die an den Märkten rund um die Uhr gehandelt würden. Bei diesem Indikator habe Russland zuletzt deutlich Boden gutgemacht, was dazu geführt habe, dass Vermögensprofis eine Staatspleite von Italien inzwischen für wahrscheinlicher hielten als einen Zahlungsausfall Russlands, schreibt der Autor.

 

„Sicher liegt das auch daran, dass das politisch instabile Italien wieder deutlich kritischer gesehen wird. Im europäischen Superwahljahr 2017 könnte es zu bösen Überraschungen kommen. Vor allem aber hat sich Russland wieder mit aller Macht an den Märkten zurückgemeldet.“

 

In dem Beitrag heißt es weiter, dass sich Putin in seiner Politik bestätigt fühlen kann, das eigene Land in der globalen Hackordnung nach vorn zu bringen. Die Historie führe vor Augen, dass die Finanzmärkte bei Aufstieg und Fall von Nationen eine zentrale Rolle spielten. „Nur wer sich zu vertretbaren Konditionen Kredite beschaffen kann, konnte erfolgreich Kriege führen oder Investitionen tätigen“, schreibt Zschäpitz.

 

Bemerkenswert sei, dass Russland nunmehr finanziell stabiler dastehe als die Euro-Nation Italien, die nach Deutschland und Frankreich die drittgrößte Ökonomie der Euro-Zone sei. Aktuell hielten die Investoren die Gefahr von Staatspleiten in der Euro-Zone für größer als bei Russland.

 

Dem Autor zufolge wird bei den Ländern der Währungsgemeinschaft ein möglicher Euro-Zerfall als ein Risikofaktor eingepreist.

 

Quelle: Sputnik

 

 

 

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