Panmunjom, das „Friedensdorf” in der unglaublich angespannten entmilitarisierten Zone (bekannt als DMZ) zwischen Nord- und Südkorea, ist einer der eigenartigsten Orte, die ich je besucht habe. Robuste nordkoreanische Soldaten schleichen herum, beobachtet von ähnlich robusten südkoreanischen Soldaten mit Sonnenbrillen und einer aggressiven „Judokämpfer“-Haltung.

Von Antikrieg

Als ich in Panmunjom filmte, wurden wir gewarnt, uns vor den Nordkoreanern in Acht zu nehmen, die jeden Moment in den Hauptkonferenzraum hereinstürmen und uns nach Nordkorea zerren könnten.

Es war dieses verrückte Gebaude, in das der neue vom Jetlag geplagte US-Außenminister Rex Tillerson aus dem turbulenten Washington gebracht wurde. Nach einem flüchtigen Blick in die DMZ gab Tillerson bekannt, „nicht mehr der nette Kerl zu sein.“ Den Vereinigten Staaten von Amerika sei die „strategische Geduld“ mit Nordkorea ausgegangen und sie würden in den Krieg ziehen, um der „Bedrohung“ der Vereinigten Staaten von Amerika durch Nordkorea ein Ende zu setzen, warnte er.

Tillerson, davor Vorstand von EXXON, ist wohlbewandert in Weltangelegenheiten, aber die Kompliziertheiten der koreanischen Halbinsel sind ihm vielleicht zu viel und er versteht sie nicht so schnell. Unmittelbar mit Krieg zu drohen ist keine Art, eine diplomatische Mission zu beginnen. Aber Tillerson las offensichtlich von einem Manuskript, das sein Boss Donald Trump geschrieben hatte, dessen Kenntnis nordasiatischer Angelegenheiten Tillerson wie einen konfuzianischen Gelehrten aussehen lässt.

Willkommen zu Trumps Credo: tweete laut und hab einen großen Stock dabei.

Was würde Krieg zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Nordkorea bedeuten? Ein sehr grauenvolles Szenario, wenn es dazu kommt.

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben rund 80.000 Mann Militärpersonal in Südkorea und Japan stationiert, sowie weitere Kampfeinheiten in Guam, das die Vereinigten Staaten von Amerika 1898 von Spanien erobert haben. Die 7. Flotte der US-Marine durchstreift die Region, bewaffnet mit taktischen Atomwaffen. US-Atomwaffen sind ebenfalls stationiert in Südkorea und auf Guam. Wie wir vor kurzem sahen, können schwere B-1 und B-52 Bomber der Vereinigten Staaten von Amerika von Nordamerika nach Korea fliegen.

Südkorea verfügt über eine beeindruckende 600.000 Mann-Armee mit Waffen auf dem neuesten Stand. Ich war an der DMZ mit der 2. ROK-Division. Als alter Soldat war ich sehr beeindruckt von ihrem Können und ihrem Kampfgeist.

Nordkoreas 1 Million Mann starke bewaffnete Streitmacht ist groß, aber veraltet. Ihre große Stärke im Bereich schwere Artillerie kompensiert teilweise ihre völlig obsolete alte Luftwaffe aus den 1960er Jahren. Die Schlüsselelemente der Armee der Demokratischen Volksrepublik Korea sind tief in die felsigen Hügel nördlich der DMZ eingegraben, Tausende schwere Geschütze, die nach Süden gerichtet sind. Der Norden behauptet, dass er im Kriegsfall die Hauptstadt Südkoreas Seoul zerstören wird, die nur 30 km entfernt liegt und 20 Millionen Einwohner hat.

Schätzungen der Vereinigten Staaten von Amerika über einen Krieg in Korea, die von einem Jahrzehnt erstellt wurden, gehen davon aus, dass Amerika 250.000 Opfer in einem Krieg erleiden würde, der eine Million tote Koreaner kosten würde. Das ist der Grund, warum die Vereinigten Staaten von Amerika vor einem direkten Angriff auf Nordkorea zurückgeschreckt sind. Anders als Iraker, Syrer, Libyer und Somalier wissen die Nordkoreaner, wie sie sich verteidigen, und sind ausreichend für einen Verteidigungskrieg bewaffnet.

Sicher wären die Vereinigten Staaten von Amerika versucht, taktische Atomwaffen gegen nordkoreanische Soldaten und gegen Artillerie einzusetzen, die tief in das gebirgige Terrain eingegraben sind. Ohne sie würde die Übermacht aus der Luft, Amerikas übliche Trumpfkarte, viel von ihrem destruktiven Potenzial verlieren. Ohne Zweifel würde ganz Nordkorea durch Luftangriffe der Vereinigten Staaten von Amerika verwüstet, wie es im Krieg gegen Korea in den 1950ern der Fall war. Südkorea plant massive Luft-, Raketen- und Kommandoangriffe gegen das nordkoreanische militärische Hauptquartier und gegen das Versteck des Anführers Kim Jong-un.

Kriegspläne der Vereinigten Staaten von Amerika sehen Landeoperationen an Nordkoreas langer, verletzlicher Küste vor. Diese Bedrohung zwingt den Norden, große Zahlen von regulären Armee- und Miliztruppen an beiden Küsten zu stationieren.

Nordkoreas Luftwaffe und kleine Marine würden in den ersten Kampftagen ausgelöscht. Es ist aber wahrscheinlich, dass die Demokratische Volksrepublik Korea imstande sein wird, eine Reihe von Mittelstreckenraketen auf Japan abzufeuern. Sollte es zum Atomkrieg kommen, scheint Japan fast sicher das Ziel eines Atomangriffs zu sein, gemeinsam mit Guam. Tokio und Osaka sind vorrangige Ziele.

Nordkoreanische Kräfte sind vielleicht in der Lage, nach Süden bis Seoul vorzudringen, aber wahrscheinlich nicht weiter angesichts der wilden Angriffe durch US- und südkoreanische Luftkräfte, die von weiter südlich gelegenen Stützpunkten aus operieren. Die mächtige, einige hunderttausend Mann starke Kommandotruppe des Nordens würde südkoreanische Schlüsselziele angreifen, darunter ihre lebenswichtigen Luftwaffenbasen, die mit den Vereinigten Staaten von Amerika geteilt werden. Solche Angriffe wären äußerst störend, aber nicht entscheidend, außer der Norden setzt chemische und/oder biologische Waffen ein, um Südkoreas Luftwaffenbasen und die Häfen in Busan und Inchon lahmzulegen.

Die Vereinigten Staaten von Amerika und Südkorea könnten einen solchen Krieg sicher gewinnen, aber er würde sehr blutig und teuer. Es gäbe die Gefahr einer militärischen Intervention Chinas, wenn der Eindruck entstünde, dass die Vereinigten Staaten von Amerika den Versuch unternehmen, Nordkorea zu besetzen. Russland ist der nächste Nachbar.

Minister Tillerson, bitte überlass Kriegsdrohungen den Generälen und fang damit an, aktive Diplomatie mit dem Norden zu betreiben! Wenn jemals ein Krieg völlig überflüssig war, dann hier.

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