Sehr wenige internationale Bankgeschäfte funktionieren ohne das SWIFT-System, ein Datentransfernetzwerk mit Zentrale in Belgien, das zum Goldstandard für internationale Kommunikation im Bereich Bankgeschäfte geworden ist.

Das hat verständlicherweise SWIFT enorme Macht verliehen, da jede Bank, die die Fähigkeit verliert, Zugang zu SWIFT zu haben, kaum als Bank anzusehen ist.

Und während SWIFT sich lange dagegen gewehrt hat, in ein Werkzeug diplomatischen Zwangs umgewandelt zu werden und sich einfach geweigert hat, in vielen Fällen sanktionierte Banken auszuschließen, hat Nordkorea heute seinen letzten Zugang zu dem System verloren mit der Bekanntgabe, dass die letzten vier noch immer verbundenen Banken alle ausgeschlossen wurden,weil sie nicht näher spezifizierten „Operationskriterien“ nicht entsprochen hätten.

Das kommt nicht lange, nachdem die belgische Regierung gefordert hatte, dass SWIFT alle nordkoreanischen Banken ausschließen soll, die unter Sanktionen fallen, und diese vier Banken waren die einzigen, die nicht unter direkten Sanktionen standen. Die praktisch beispiellose Vorgangsweise, das ganze Land abzuschneiden, nährt Spekulationen über diplomatischen Druck auf SWIFT, obwohl Vertreter der Europäischen Union bestreiten, dass dieser von ihnen kommt.

Sogar wenn es nicht daran liegt, dass ein oder mehrere Länder Druck auf SWIFT ausüben, so ergibt sich die Auffassung, dass weitere Forderungen besonders von Ländern wie den Vereinigten Staaten von Amerika erwartet werden, ihre Gegner auszusondern. Das ist nicht nur ein harter Schlag gegen Nordkorea, sondern riskiert, dass SWIFT der Aufgabe, ein politisch neutraler Vermittler im internationalen Handel zu sein, umso schwerer nachkommen kann.

Quelle: Antikrieg

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