Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat die militärische Intervention des Westens in Libyen 2011 als Fehler bezeichnet. „In Libyen hat die Weltgemeinschaft große Fehler gemacht, indem Gaddafi weggebombt wurde”, sagte Müller am Rande eines Treffens mit seinen EU-Amtskollegen in Brüssel.

So sei der Einsatz nicht „weiterentwickelt” und Milizen nicht entwaffnet worden, zudem sei nicht in die Stabilisierung des Landes investiert worden. „Nach fünf Jahren stehen wir vor dem kompletten Desaster”, sagte Müller. Der CSU-Politiker warnte zudem vor „einer humanitären Katastrophe” in dem nordafrikanischen Land, wo sich nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bis zu eine Million Migranten aufhalten.

 

Libyen war nach dem Sturz und dem Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Zuge eines NATO-Einsatzes im Jahr 2011 ins Chaos gestürzt worden. Seitdem beherrschen konkurrierende bewaffnete Milizen das ölreiche Land, und die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS, ISIS, Daesh in Russland verboten) versucht, sich neue Positionen als Ersatz für die verlorengegangenen Gebiete in Syrien und im Irak zu sichern.

Quelle : Zuerst!

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