Der vom UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag wegen Verbrechen während des serbisch-kroatischen Konflikts angeklagte Ratko Mladić meint, dass man ihn ebenso wie viele andere ranghohe Serben absichtlich und planmäßig ins Grab treiben wolle.

„Er hat sich über seinen Anwalt an das Tribunal gewandt“, wie serbischen Journalisten aus Den Haag mitgeteilt wurde, „und darum gebeten, ihn wegen seines sich stetig verschlechternden Gesundheitszustandes und des Risikos eines fatalen Herzinfarkts zur Behandlung nach Russland fahren zu lassen, von wo der General bereits entsprechende Garantien erhalten hat.“

Mladić habe seine Familie gebeten, der Öffentlichkeit auszurichten, dass er den Ärzten des Tribunals keinen Glauben schenke und nicht die eindrucksvolle Liste jener Serben ergänzen wolle, die im Den Haager Gefängnis ums Leben gekommen seien oder sich tödliche Erkrankungen zugezogen hätten.

„Er befindet sich tatsächlich in einem sehr schlechten Zustand“, sagt sein Sohn Darko. „Wir sind sehr froh, dass Russland bereit ist zu helfen. Unser Brudervolk ist unsere einzige Hoffnung.“

Ratko Mladić war serbischer General und von 1992 bis 1995 Stabschef der Truppen der Republik Srbska. Während des Kriegs in Kroatien und Bosnien-Herzegowina leitete er mehrere Militäroperationen. 1996 wurde er neben anderen führenden Vertretern der Republik Srbska vom UN-Tribunal für Jugoslawien beschuldigt, Kriegsverbrechen begangen zu haben. Seine Festnahme und Auslieferung an das Tribunal waren eine Bedingung für Serbiens EU-Beitritt. Im Jahr 2011 wurde Mladić in Serbien festgenommen und nach den Haag gebracht. Der Gerichtsprozess gegen ihn begann am 16. Mai 2012 und dauert immer noch an.

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