Die Beteiligung der kurdischen bewaffneten Kräfte an der US-Operation zur Befreiung der syrischen IS-Hochburg Rakka wird die bilateralen Beziehungen zwischen Washington und Ankara ernsthaft verkomplizieren, wie die US-Zeitschrift „Foreign Policy“ (FP) schreibt.

Die US-Pläne zur Befreiung von Rakka sehen demnach speziell eine aktive Beteiligung der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) vor. Und Washington hatte die Kurdenauch schon früher aus der Luft unterstützt und mit Waffen versorgt.

Aus der Sicht Ankaras aber unterhalten die YPG-Einheiten Verbindungen zur Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), welche die Türken als Terrororganisation einstufen. Der türkische Ministerpräsident Binali Yıldırım hatte zuvor erklärt, dass die Zusammenarbeit der USA mit „terroristischen Organisationen“ den bilateralen Beziehungen einen ernsthaften Schaden zufügen würde, so FP.

Obwohl die türkischen Beamten zunächst keine konkreten Schritte Ankaras für den Fall einer solchen Kooperation nennen, verfüge Ankara, so die Zeitschrift, über durchaus seriöse Einflussmöglichkeiten auf die US-Politik in der Region. So könne die Türkei der US-Luftwaffe den Zugang zu Flugplätzen im Süden des Landes untersagen, von welchen aus die Kampfjets des Landes starten, um in Syrien Angriffe gegen die Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat, IS) zu fliegen. Ankara könnte zudem die Zusammenarbeit mit Moskau in der Region ausbauen.

 

Gleichzeitig sehen die US-Militärs bislang jedoch keine Alternative zu den Kurden bei der Eroberung von Rakka. Den Vorschlägen der Türkei, die Landestruppen statt der Kurden einzusetzen, stehe Washington eher skeptisch gegenüber. Gleichzeitig kann Trumps Administration die Lösung dieser Frage nicht verschieben. „Es war eben gerade  Rakka, von wo aus die Terroranschläge in Paris, Brüssel und verschiedenen Teilen der Türkei geplant wurden“, so der US-Diplomat Frederic Hof. Je länger Washington die Rakka-Befreiungsoperation plant, desto mehr Zeit haben die Terroristen für die Vorbereitung von Gegenaktionen.

 

Quelle: Sputnik Deutschland