Anders als viele westeuropäische Regierungen hält sich die russische Regierung mit einseitigen Pauschal- und Verdammungsurteilen über sogenannte „Rechtspopulisten“ zurück. Jetzt hat der russische Außenminister Lawrow US-Präsident Trump und die französische Front-National-Chefin Marine Le Pen ausdrücklich gegen den Vorwurf des „Populismus“ verteidigt. Wörtlich sagte Lawrow: „Ich würde sie Realisten nennen oder auch Globalisierungsgegner.“

 

Russischer Außenminister Lawrow: „Trump und Le Pen sind Realisten“

 

Beide seien zudem keine Randfiguren, sondern gehörten zum politischen System ihrer Länder: Trump als gewählter Präsident, Le Pen als Abgeordnete des Europaparlaments. „Ich würde sie nicht Populisten bezeichnen, denn das Wort Populist hat einen negativen Klang”, erklärte Lawrow im Rahmen einer außenpolitischen Grundsatzrede in der russischen Generalstabsakademie.

 

Lawrow wies bei dieser Gelegenheit auch Vorwürfe zurück, Moskau mische sich in die Wahl in Frankreich oder die Bundestagswahl in Deutschland im Herbst ein. Das sei frei erfunden; Rußland achte die Wahl jedes Staates.

 

Im Verhältnis zu den USA gebe es derzeit eine Pause, sagte Lawrow. „Die neue Regierung hat noch nicht alle Führungsposten besetzt.” Moskau hatte angesichts der erklärten Rußland-Freundlichkeit Trumps erst auf eine rasche Verbesserung der Beziehungen gehofft, setzt aber nach widersprüchlichen Signalen der neuen US-Regierung in der UNO und im Syrien-Konflikt eher auf Abwarten.

 

Quelle: Zuerst