Ein herber Tritt gegen das Schienbein der Euro-Militaristen: Polen zieht sich aus dem Eurokorps zurück. Die 1993 ins Leben gerufene schnelle Eingreiftruppe, auf die NATO und EU zurückgreifen können, gilt als zentraler Baustein der EU-Militärstruktur.

Polen steuert zum Eurokorps derzeit zwar nur 120 Soldaten bei. Diese sollen in den kommenden drei Jahren abgezogen werden, teilte ein Sprecher des Eurokorps-Hauptquartiers in Straßburg mit. Es handle sich um eine Entscheidung der polnischen Regierung.

Eigentlich ist das Eurokorps in erster Linie ein militärisches Hauptquartier, von dem aus bis zu 60.000 Soldaten aus den „Rahmennationen“ Deutschland, Frankreich, Spanien, Belgien und Luxemburg geführt werden können. Es besteht aus einem Stab mit Unterstützungseinheiten mit rund tausend Bediensteten.

Polen gehörte bislang zu den sogenannten Assoziierten Nationen und plante eigentlich, zur „Rahmennation“ aufzusteigen. Doch jetzt hat die Regierung in Warschau, der die Bevormundung aus Brüssel ohnehin zu weit geht, offenbar genug von immer mehr Integration – zumal die EU-Oberen inzwischen verstärkt auf eine gemeinsame EU-Armee hinarbeiten. Diesen Kurs teilt Polen nicht. Warschau setzt unter der neuen nationalkonservativen Regierung im Gegenteil verstärkt auf nationale Souveränität. Ein Austritt aus dem Eurokorps ist deshalb nur konsequent.

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