Eine Mehrheit der Deutschen sieht ihr Land durch die Masseneinwanderung an einer Belastungsgrenze angelangt. Das ergab die Studie „Willkommenskultur im ‘Streßtest’“ der Bertelsmann-Stiftung. Demnach stimmen 54 Prozent der Befragten der Aussage zu,

„Deutschland kann nicht mehr Flüchtlinge aufnehmen, weil es an seiner Belastungsgrenze ist“.

2015 lag dieser Wert noch bei vierzig Prozent.

Auf der anderen Seite sind 37 Prozent weiterhin der Meinung,

„Deutschland kann und sollte mehr Flüchtlinge aufnehmen, weil es humanitär geboten ist“.

Vor zwei Jahren war noch eine Mehrheit von 51 Prozent dieser Ansicht. Vor allen in den alten Bundesländern hat sich das Meinungsbild verschoben. Sprachen sich hier 2015 noch 53 Prozent für eine humanitäre Aufnahme auf, sind es derzeit noch 38 Prozent. Im gleichen Zeitraum sank die Zustimmung in den neuen Bundesländern von 44 auf 32 Prozent.

Immer weniger glauben an positive Folgen

Deutlicher wird der Meinungswandel bei der Frage, ob Deutschland durch die Masseneinwanderung überfordert werde. 55 Prozent der Westdeutschen bejahen nun diese Frage und übertreffen damit die Ostdeutschen mit 51 Prozent. Vor zwei Jahren waren lediglich 38 Prozent in den alten aber bereits 44 Prozent in den neuen Bundesländern dieser Überzeugung.

Auch was angeblich positive Folgen der Masseneinwanderung betrifft, zeigen sich die Deutschen mittlerweile deutlich skeptischer. Glaubten 2015 noch 67 Prozent, durch diese werde Deutschland attraktiver für ausländische Firmen, sind dies 2017 noch 56 Prozent. Hofften vor zwei Jahren noch 52 Prozent auf eine Ausgleichung des Fachkräftemangels, sank dieser Wert nun auf 41 Prozent.

Gleichzeitig stieg die Sorge der Deutschen über Belastungen durch die Masseneinwanderung. Befürchtete bereits vor zwei Jahren eine große Mehrheit von 64 Prozent Belastungen für den Sozialstaat, so wuchs dieser Anteil mittlerweile auf 79 Prozent. Auch die Sorge um Konflikte zwischen Einheimischen und Zugewanderten kletterte von 64 auf 72 Prozent. Daß Wohnraum in Ballungsgebieten knapper werden wird, denken nun 65 statt 52 Prozent.

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