Mit einer gigantischen Militärparade hat Nordkorea inmitten seiner Spannungen mit den USA international für Aufsehen gesorgt. Der russische Experte Wladimir Chrustalew erklärt, welche Waffen Pjöngjang diesmal vorgestellt hat und wozu diese fähig sein könnten.

Die Parade in Pjöngjang habe einen starken Eindruck hinterlassen, sagte Chrustalew, Nordkorea- und Waffen-Experte von der Lifeboat Foundation, im Sputnik-Gespräch. Ihm seien vor allem die mobilen landgestützten Startanlagen für Schiffsabwehrraketen aufgefallen, deren Existenz in den vergangenen Jahren angezweifelt und erst 2015 dokumentiert worden sei. „Diese Raketen-Anlagen werden den Küstenschutz Nordkoreas in der Zukunft wirksam machen.“


Ein weiteres interessantes Novum sei ein vermutlich ballistischer Flugkörper gewesen, der aus der Ferne der sowjetischen Scud-Rakete ähnele.

„Auf den veröffentlichten Bildern sind am Vorderteil aerodynamische Flächen erkennbar. Wenn diese steuerbar sind, dann kann auch die Flugbahn der Rakete gesteuert werden. Das bedeutet, dass sie (die Nordkoreaner – Anm. d. Red.) sowohl an der Präzision arbeiten als auch an der Schlagkraft, um die Raketenabwehr zu durchbrechen.“

Der Experte verwies darauf, dass die Startrampe – wie auch bei der Pukkuksong-2-Rakete – auf einem Kettenlaufwerk ruht. „Nordkorea ist selbst in der Lage, komplizierte Kettentechnik herzustellen. Die Abhängigkeit vom Import ist hier minimal.“ Deshalb könne das Land trotz internationaler Handelsembargos beliebig viele von diesen Startrampen bauen.

Als „größte Sensation“ bezeichnete Chrustalew die Flugkörper auf Allrad-LKW, bei denen es sich vermutlich um ballistische Raketen handelt. „Äußerlich erinnern sie an die alten sowjetischen fahrzeuggestützten Interkontinentalraketen SS-25 und an die moderneren chinesischen DF-31 und DF-41.“

„All das lässt darauf schließen, dass Nordkorea jetzt gleichzeitig an mehreren Raketen arbeitet, die eines Tages Ziele, etwa auf Guam oder Hawaii, oder sogar im kontinentalen Teil der USA erreichen könnten.“ Die Chancen dieser Waffenprogramme bewertete der Experte als „gut“.

Quelle: Sputnik

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