Erstmals seit fünf Jahren sind die Militärausgaben 2016 in den USA wieder gestiegen, und zwar um 1,6 Prozent, heißt es im Bericht des Stockholmer Internationalen Instituts für Friedensforschung (SIPRI). Zugleich registriert das Institut einen beträchtlichen Rückgang der Militärausgaben in mehreren Öl-exportierenden Ländern.

 

 

In Westeuropa steigen die Rüstungsausgaben bereits seit zwei Jahren an, wird in dem am Montag veröffentlichten Bericht festgestellt.

Insgesamt sind diese Ausgaben im vergangenen Jahr gegenüber dem Jahr zuvor um 0,4 Prozent auf 1,686 Billionen Dollar angestiegen. Dies entspreche 2,2 Prozent des globalen BIP bzw. 227 Dollar pro Erdeinwohner.

Die USA bleiben weiterhin der Staat mit dem größten Militäretat: Auf die USA entfielen im vergangenen Jahr 36 Prozent der weltweiten Militärausgaben.

Auf Platz zwei liegt China mit 13 Prozent der Militärausgaben der 15 Länder mit den größten Militäretats, gefolgt von Russland mit 4,1 Prozent und Saudi-Arabien mit 3,8 Prozent. Indien stieg vom 7. Platz im Jahre 2015 auf Platz fünf mit 3,3 Prozent.

Laut dem Bericht steigen die Militärausgaben weiterhin in den Ländern Asiens und Ozeaniens, in West-, Ost- und Mitteleuropa, in Nordamerika und Nordafrika.

Zurückgegangen sind diese Ausgaben in den Nahost-Ländern, über die die entsprechenden Angaben verfügbar sind, sowie in Karibik-Ländern, in mehreren Ländern Afrikas, Zentral- und Südamerikas.

Eine weitere bemerkenswerte Tendenz des vergangenen Jahres war laut SIPRI der Rückgang der Militärausgaben in den Öl-exportierenden Ländern wie Saudi-Arabien, Venezuela, Süd-Sudan, Aserbaidschan und der Irak. Experten führen dies auf die geschrumpften Öleinnahmen zurück. Unverändert hoch blieben allerdings die Militärausgaben in den Öl-Förderländer wie Algerien, der Iran, Kuweit und Norwegen.

Das Institut SIPRI war 1966 als unabhängiges analytisches Zentrum gegründet worden, dass sich mit Forschungen auf dem Gebiet von Konflikten, Rüstungen, Rüstungskontrolle und Abrüstung befasst.

 

Quelle: Sputnik