Der Begriff „hybrider Krieg“ ist in der Militärdoktrin Russlands nicht enthalten. Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, der unter Berufung auf Bundeskanzlerin Angela Merkel das Gegenteil behauptete, führte die Teilnehmer eines Briefings in Berlin in die Irre, erklärte der Sprecher der russischen Botschaft in Berlin, Denis Mikerin.

 

 

„Diese Formulierung hat weder Hand noch Fuß und führt das unerfahrene Publikum in die Irre. Daraus resultiert, dass Russland die Möglichkeit hybrider Kriege gegen seine potentiellen Gegner prüft. Ich möchte betonen, dass die Kanzlerin etwas anders formuliert hat. Sie erklärte, dass hybride Kriege tatsächlich eine Rolle in der Militärdoktrin Russlands spielen“, sagte Mikerin in einem RIA-Novosti-Gespräch.

Auf eine mögliche Einmischung Russlands in die Wahlkampagne in Deutschland angesprochen, erklärte Seibert am Mittwoch auf einem Regierungsbriefing, dass Kanzlerin Merkel ihre Position zu dieser Frage in der Pressekonferenz mit Russlands Präsident Wladimir Putin am 2. Mai in Sotschi dargelegt habe. Die Kanzlerin sei gefragt worden, ob sie Angst habe. Nein, habe sie nicht, sagte sie. Dennoch seien hybride Kriege ein Teil der russischen Militärdoktrin, das hätten auch russische Militärs offen eingestanden.
Indes hatte Merkel auf der Pressekonferenz in Sotschi erklärt, Deutschland wisse, dass die Cyberkriminalität eine globale Herausforderung sei und hybride Kriege tatsächlich eine Rolle in der russischen Militärdoktrin spielten. „In Wirklichkeit geht es in den wichtigsten Dokumenten, die die Gewährleistung der militärischen Sicherheit der Russischen Föderation betreffen – die von Russlands Präsident Wladimir Putin 2014 bestätigte oben genannte Militärdoktrin und die Strategie der nationalen Sicherheit vom 31. Dezember 2015 – um ein breites Instrumentarium zur Abwehr des politischen, ökonomischen, militärischen und Informationsdrucks, der auf uns ausgeübt wird“, so der Botschaftssprecher weiter.

 

Quelle: Sputnik