Rußland, die Türkei und der Iran haben sich auf die Einrichtung von Schutzzonen in Syrien verständigt. Delegationsleiter der drei Länder unterschrieben am Donnerstag in der kasachischen Hauptstadt Astana ein entsprechendes Memorandum. Der Chefunterhändler der syrischen Regierung erklärte, die Regierung in Damaskus unterstütze die Initiative. Die Vertreter der syrischen Opposition sind allerdings dagegen.

 

 

In den künftigen Schutzzonen soll nach russischen Angaben ab Samstag nicht mehr geschossen werden. Das kündigte Alexander Lawrentjew, der Moskauer Delegationsleiter am Donnerstag an. Rußland, der Iran und die Türkei wollen im Rebellengebiet vier Zonen einrichten, in denen Flüchtlinge sicher sein sollen.

Moskau werde keine Flugzeuge über den Schutzzonen einsetzen, solange es von dort aus keine „Versuche der Destabilisierung“ gebe, sagte Lawrentjew der Agentur Tass zufolge. Die syrische Führung habe die Einigung begrüßt. Deshalb gehe er davon aus, daß auch die syrische Luftwaffe die Zonen nicht mehr attackieren werde.

Inzwischen stellte Rußland darüber hinaus auch klar, daß über den jetzt festgelegten Zonen für die US-geführte Militärallianz ein Flugverbot gilt. „Der Einsatz von Kräften der internationalen Koalition ist absolut nicht vorgesehen“, sagte Lawrentjew der Agentur Interfax zufolge. Rußland werde dies als einer der Garanten des Abkommens „genau überwachen“.

Beobachter wie die österreichische „Standard“-Kolumnistin Gudrun Harrer weisen darauf hin, daß Moskau und seine Verbündeten mit der Errichtung der Schutzzonen die US-Regierung erneut „knallhart“ ausgebremst haben. Denn erst am 2. Mai war Kremlchef Putin mit US-Präsident Trump telefonisch darin übereingekommen, daß Sicherheitszonen eine „gute Idee“ für Syrien seien. Allerdings bedeutet das jetzt von Moskau und seinen Verbündeten überraschend schnell durchgesetzte Konzept eine herbe Abfuhr für Washington, denn der US-Plan sah Zonen im Süden und Osten Syriens vor, die dafür sorgen sollten, daß sowohl die syrische Regierung als auch der Iran und seine Hilfstruppen von den vom „Islamischen Staat“ befreiten Gebieten ausgesperrt bleiben.

 

Quelle: Zuerst