Bundesverteidigungsministerien Ursula von der Leyen (CDU) hat angeordnet, sämtliche Bundeswehrgebäude nach Andenkenstücke an die Wehrmacht zu durchsuchen. Hintergrund ist der Fall der Fürstenberg-Kaserne in Donaueschingen. Hier waren bei einer Inspizierung mehrere Wehrmachtsdevotionalien aufgefallen.

 

 

So befand sich in einer Vitrine vor der Kantine ein Stahlhelm. Zudem gab es laut Spiegel Online einen Besprechungsraum, in dem Modellsoldaten der Wehrmacht, Orden, ein Replikat eines Wehrmachtsmaschinengewehres, ein Patronengürtel sowie eine Pistole aus der NS-Zeit als Dekoration angebracht waren. Auch das Bild eines Wehrmachtssoldaten, der ein Maschinengewehr über der Schulter trägt, erregte den Unmut der Inspektoren.

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker wies laut der Bild am Sonntag daher alle Verantwortlichen an, ihre Bereiche nach möglichen Wehrmachtsdevotionalien zu untersuchen. Dies gelte für alle Liegenschaften der Bundeswehr. Bis Dienstag sollen sie einen Zwischenbericht abgeben, bis Mitte Mai soll die Untersuchung und Beseitigung entsprechender Fundstücke abgeschlossen sein.

Von der Leyen sorgt sich um Ruf der Armee

Anlaß für die Inspizierungen ist der Fall des Oberleutnants Franco A. Dieser soll sich monatelang unter falschem Namen als syrischer Flüchtling ausgegeben haben. Ihm wird eine rechtsextreme Gesinnung zur Last gelegt. Die Ermittler beschuldigen ihn, einen Anschlag geplant zu haben. Nach seiner Festnahme fiel bei der Durchsuchung seiner Kaserne in Illkirch ein Kameradschaftsraum auf, in dem sich ebenfalls Landser-Bilder sowie Replikate von Wehrmachtswaffen befanden.

Verteidigungsministerin von der Leyen forderte von der Truppe Unterstützung bei der Aufarbeitung. Der Prozeß erfordere Courage und langen Atem. „Wir sollten jetzt gemeinsam, vom General bis zum Rekruten, diesen Prozeß mit aller Kraft unterstützen“, sagte die CDU-Politikerin der Bild am Sonntag. „Es geht um nichts weniger als den Ruf unserer Bundeswehr.“

 

Quelle: Junge Freiheit