Klarer Sieg für die CDU von Herausforderer Laschet in NRW, die SPD historisch schwach: Die Wahl in ihrem Stammland endet für die SPD mit einem Debakel. Die Grünen halbieren sich, die FDP ist zweistellig. Rot-Grün in NRW ist Geschichte. SPD-Spitzenfrau Kraft tritt zurück.

Der selbst ausgerufene «Testlauf für die Bundestagswahl» ist für die SPD gründlich schiefgegangen. Die CDU von Landes- und Fraktionschef Armin Laschet liegt laut Hochrechnung von Infratest dimap klar vor der SPD von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Demnach kommt die CDU auf 33,0 Prozent und kann damit ihr historisch schlechtes Ergebnis von gut 26 Prozent wieder vergessen machen.

Bittere Niederlage für SPD

Für die SPD wird es dagegen ein bitterer Abend — der dritte in diesem Wahljahr. Die Partei von Amtsinhaberin Kraft erreicht nur noch 31,5 Prozent (zum Vergleich: 2012 holte sie 39,1 Prozent). Nach den Niederlagen im politisch eher unbedeutenden Saarland und in Schleswig-Holstein dürfte der Verlust der Spitzenposition im bevölkerungsreichsten Bundesland den Sozialdemokraten im Bundestagswahljahr besonders weh tun.

«Es hat nicht gereicht», sagte Noch-Ministerpräsidentin Kraft — und übernahm die Verantwortung für die Wahlschlappe. Sie trat als NRW-Landeschefin der SPD und Bundes-Vize ihrer Partei zurück. Sie räumte ein, dass die SPD «das Vertrauen der Wähler nicht mehr gewinnen» konnte. Sie wolle mit ihrem Rückzug der Landespartei «eine Chance auf einen Neuanfang» einräumen.

Grüne schwach, FDP stark

Ganz schwach schneiden auch die Grünen in NRW ab. Der Noch-Koalitionspartner der SPD landet bei 6,2 Prozent, 2012 war die Partei von Vize-Regierungschefin und Bildungsministerin Sylvia Löhrmann noch zweistellig gewesen. «Den Anteil, den ich an dieser Niederlage habe, den nehme ich auch an», so Löhrmann. Sie stehe deshalb für einen Posten in der Fraktion nicht zur Verfügung.

Zweistellig ist nun die FDP — und damit drittstärkste Kraft in NRW. Die Partei von Parteichef Christian Lindner katapultiert sich auf 12,5 Prozent und kann damit ihr Ergebnis von 2012 deutlich verbessern. Es läuft also für Lindner, der die NRW-Wahl als Sprungbrett für den Bundestag nimmt — und als Ansporn: «Das Ergebnis des heutigen Abends ist nicht eine Belohnung, sondern ein Auftrag, genau so weiterzumachen wie in den vergangenen Jahren.» Mit einem Comeback der FDP im Bund sei zu rechnen.

Die AfD schafft auf Anhieb den Sprung in den Düsseldorfer Landtag — damit ist die Partei nun in 13 Parlamenten vertreten. In NRW erreicht sie 7,4 Prozent. AfD-Spitzenkandidat Marcus Pretzell zeigte sich «ganz zufrieden» mit dem Ergebnis und kündigte an, von nun an im Düsseldorfer Landtag «ehrliche klare Opposition» machen zu wollen.

Die Linkspartei muss dagegen noch zittern. Nach der aktuellsten Hochrechnung liegt sie bei 4,9 Prozent — und nicht mehr bei 5,0 Prozent wie bei vorherigen Hochrechnungen. Sollte es dabei bleiben, wäre die Linkspartei nicht mehr im Düsseldorfer Landtag vertreten. Die Piraten haben ihr fünfjähriges Gastspiel im Parlament beendet.

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