Vor wenigen Wochen kursierten Horrorgeschichten über die autonome russische Republik Tschetschenien im Nordkaukasus, wo überwiegend Moslems friedlich leben, seit der Westen dort keine Terroristen mehr hinschickt, um Russland seiner Rohstoffe zu berauben.

 

 

Laut der russischen Oppositionszeitung“Nowaja Gaseta“ sollen tschetschenische Sicherheitsbeamte rund 100 Schwule entführt, gefoltert und einige von ihnen sogar ermordet haben. Etwas, was seitens des Kremls und auch der Regierung der russischen Teilrepublik vehement dementiert wurde. Im westlichen Ausland jedoch führte dies erneut zur Schürung antirussischer Ressentiments durch die Medien und Homosexuellenverbände. Inzwischen boten offenbar mehrere Länder den tschetschenischen Schwulen Asyl an, schreibt Marco Maier vom Contra Magazin. Für die westliche Mainstream-Presse waren die Anschuldigungen gegen die russische islamische Republik ein gefundenes Fressen und man log den Leser über Kadyrow, Putin und Co. die Hucke voll, wie es sich immer mehr rausstellte.

Nun meldete sich der US-amerikanische Professor Bruce Leimsidor, ein Experte für Asylrecht an der Universität von Venedig, zu Wort. Dieser war vor einigen wegen eines Vortrags in Tschetschenien zu Besuch, den er an der pädagogischen Fakultät in Grosny hielt. Laut dem „Standard“ bat er dort den nationalen Menschenrechtsbeauftragten um einen Besuch in dem 20 Kilometer von der tschetschenischen Hauptstadt entfernten Argun. Dort sollte sich laut der russischen Oppositionszeitung eines der Gefängnisse befinden, in dem die Schwulen angeblich gefoltert und getötet wurden. „Doch bei dem Gebäude, das auf Luftaufnahmen als Folterort ausgewiesen war, befand sich nur eine Ruine“, so Professor Leimsdor zur österreichischen Zeitung, schreibt Maier weiter.

Dieser bezweifelt nun die ganze Geschichte wie andere Medien – nicht nur die russischen Staatsmedien – auch und fordert eine Untersuchung über die Anschuldigungen, die westliche Leitmedien als dreiste Lügengeschichte verkauften.

„Es ist klar, dass gerade in Tschetschenien, einem muslimisch geprägten Land, Homosexualität in der Öffentlichkeit verpönt ist und es (wie auch in vielen anderen muslimischen aber auch christlich geprägten Ländern) immer wieder zu Übergriffen auf Schwule kommt. Doch genauso wie man in den westlichen Medien den russischen „Schwulenparagraphen“ völlig falsch darstellte und ein Bild erzeugen wollte, wonach Homosexuelle in Russland rigoroser Verfolgung ausgesetzt seien, dürfte auch hier aus einer Mücke ein Elefant gemacht worden sein. Immerhin sind solche Meldungen gerade für die transatlantisch orientierten Medien in Europa ein gefundenes Fressen. Deshalb ist es wichtig, für Klarheit zu sorgen“, resümiert Maier am Ende.

 

Quelle: Mars von Padua