Die Anzahl der Ukrainer, die seit 2013 eine Arbeitserlaubnis in Polen erhalten haben, hat sich versechsfacht. Alleine im Jahr 2016 waren es fast 1,5 Millionen Menschen, berichtet „The Financial Times“ (FT).

 

 

Demnach erhielten im vergangenen Jahr 1,3 Millionen Ukrainer eine kurzfristige Arbeitserlaubnis in Polen, weitere 116.000 Menschen bekamen eine Genehmigung für einen längeren Zeitraum.

Nach Angaben von FT ist der Lohn, den ukrainische Bürger in Polen verdienen können, etwa fünfmal höher, als sie für gleiche Arbeit in ihrem Heimatland erhalten.
Dieser Unterschied erkläre sich in erster Linie durch den Wechselkurs der Griwna (ukrainische Währung). Die Anzahl der Menschen, die nun aus der Ukraine nach Polen streben, um etwas zu verdienen, steige erheblich. Dies ereigne sich aufgrund der Wirtschaftskrise, die in der Ukraine nach dem Machtwechsel im Land und im Zusammenhang mit dem Donbass-Konflikt ausgebrochen war.

FT schreibt unter Verweis auf Experten aus dem Banksektor, dass der Zustrom von ukrainischen Arbeitsmigranten das Wachstum des Lohnniveaus in Polen verlangsamt habe. Das könne sowohl neue Investoren ins Land anlocken als auch zur zunehmenden Abwanderung der Polen in westliche Länder beitragen.

Der Zeitung zufolge ist dieser Zustrom aber zumindest politisch von gutem Nutzen. Er helfe Warschau, Kritik aus Brüssel abwehren, weil sich Polen weigert, Migranten aus dem Nahen Osten zu übernehmen.
Nach Angaben der Beratungsfirma Work Service habe etwa ein Drittel der polnischen Unternehmen bei der Personalsuche Schwierigkeiten. Etwa 40 Prozent aller Firmen seien bereit, schon in nächster Zeit Bürger der Ukraine einzustellen, so FT.

Zuvor war berichtet worden, dass am 11. Juni die Aufhebung der Visapflicht für Ukrainer bei Kurzaufenthalten im Schengen-Raum in Kraft tritt.

 

Quelle: Sputnik