Obamas größter Fehler war die Invasion in Libyen. Gaddafi hatte Recht, als er davor warnte, dass sein Sturz zu terroristischen Anschlägen in Europa führen würde, sagt Daniel McAdams, Geschäftsführer des Ron Paul Peace Institute, im Gespräch mit RT.

Schüsse, Explosionen und Artillerieeinschläge erschütterten am Freitag wieder Teile von Tripolis. Dies meldeten mehrere örtliche Medien. Grund dafür waren neue Auseinandersetzungen zwischen den Streitkräften des von der UN unterstützten und international anerkannten Ratspräsidenten der Regierung der nationalen Einigkeit (GNA) und rivalisierenden Gruppen des Neuen Allgemeinen Nationalkongresses (GNC). Laut Berichten starben Dutzende Menschen, etwa 100 wurden verletzt.

Die Kämpfe brachen aus, nachdem der Anführer der GNC-Truppen, Salah Badi, eine mit der GNA verbündete Miliz angegriffen und versucht hatte, Teile der Hauptstadt einzunehmen. Das berichtet das Portal Libya Herald. Badi war eine Schlüsselfigur beim Aufstand gegen das damalige Staatsoberhaupt Muammar Gaddafi im Jahr 2011.

RT sprach mit Daniel McAdams, dem Geschäftsführer des Ron Paul Peace Institute, darüber, wie sich die Situation in Libyen entwickelt.

Herr McAdams, es gab Zeiten, da sprachen Politik und Medien von Salat Badi als einem vermeintlichen Helden. Das hat sich jetzt aber geändert. Was ist da in Wirklichkeit los?

Was los ist, ist das völlige Chaos und es war auch völlig vorhersehbar. Auch Gaddafi warnte, dass es, wenn der Westen eingreife und seine Regierung stürze, terroristische Anschläge in Europa geben wird. Jeder lachte ihn aus und dachte, dass er verrückt sei und man nun erst recht intervenieren müsse. Es stellte sich heraus, dass er wie üblich Recht hatte. Nun haben wir rivalisierende Regierungen, Fraktionen, Gangs. Das Chaos ist perfekt für den Export von Waffen und Dschihad in solche Orte wie Syrien. Sie sind auch auf der Liste der Ziele. In gewisser Hinsicht ist das Chaos unerwartet, doch ist es von einigen anderen vielleicht sogar gewollt.

Ägypten begann jüngst mit Angriffen auf Camps von Terroristen, die sich in Libyen befinden. War der Sturz von Gaddafi das wert?

Der gesamte ‘Arabische Frühling’ war eine Lüge, es war diese Idee, dass dieser spontane Aufstand irgendwie wächst. […] Es war alles eine Lüge, es war eine lückenlose Lüge. Das Außenministerium, die CIA und die Sicherheitsdienste steckten dahinter. Die Lage in Libyen war eine Lüge, die humanitäre Krise war eine Lüge, und in der UNO-Menschenrechtskommission wurden Lügen erzählt, dass Gaddafi seine eigenen Zivilisten angriff. Das fand absolut nicht statt. Der Krieg beruht auf einer Lüge, er beruht auf Propaganda, um den durchschnittlichen Bürger zu dessen Gunsten einzustimmen. Er hat schreckliche Ergebnisse hervorgebracht, wie die meisten von uns es auch vorausgesagt hatten. Die Frage ist, warum befinden sich die Menschen, die für die Invasion und so viel Blutvergießen verantwortlich sind, ich denke dabei vor allem an David Cameron, Barack Obama und Nicolas Sarkozy, für ihre Kriegsverbrechen nicht auf der Anklagebank? In irgendeiner anderen Situation würde jemand sofort auf der Anklagebank landen, da können Sie sich sicher sein.

Obama sagte, dass sein Hauptfehler im Amt das Versäumnis gewesen sei, nicht an einer Versöhnung in Libyen gearbeitet zu haben. Glauben Sie, dass irgendein Land ein derartiges Ziel in seiner Agenda führt?

Das ist eine offensichtliche Lüge. Es ist eine Verschleierung. Sein größter Fehler war in erster Linie die Invasion selbst. Es war, als würde man sagen. ‘Wir waren Helden im Irrtum’. Das war auch das, was die Neokonservativen zu ihrer Zerstörung des Iraks sagten. Nein, sein Irrtum war es, in ein Land einzudringen, das uns weder angegriffen noch uns bedroht hat, noch überhaupt in der Lage gewesen wäre, uns zu bedrohen. Das war sein Hauptfehler. Er hat es immer noch nicht verstanden. Er weigert sich, es zuzugeben. Das Blut von Tausenden und Abertausenden von Menschen klebt an seinen Händen.

Quelle: RT

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