BERLIN. Der israelische Militärhistoriker Martin van Creveld hat vor einem Bürgerkrieg in Europa und dem Zusammenbruch des Westens gewarnt. Hauptursächlich dafür sei eine Verweichlichung der Gesellschaft.

Dies geschehe in erster Linie „aufgrund der Art und Weise, wie wir Menschen des Westens unsere Kinder erziehen, sie gegen jede potentielle Gefahr beschützen, sie davon abhalten, erwachsen zu werden und sie zu unselbständigen Wesen erziehen“, sagte van Creveld in einem Interview mit der JUNGEN FREIHEIT über sein neues Buch „Wir Weicheier“.

Dasselbe passiere mit den Armeen. „In den meisten europäischen Ländern, Deutschland ausdrücklich eingeschlossen, ist der Begriff Militarismus in der Bedeutung eines gesunden Stolzes des Soldaten auf seinen Berufsstand, zu einem Tabu geworden.“ Die Einbindung von Frauen ins Militär machten Ausbildung und Training „zu einem Witz“ und schaffte Situationen, „in denen männliche Soldaten mehr Angst davor haben, fälschlicherweise wegen sexueller Belästigung beschuldigt zu werden, als vor dem Feind“.

Übermäßiger Wohlstand und Widerwille, Wehrdienst zu leisten

Der Westen folge dem Beispiel vieler früherer Kulturen, die untergegangen seien. Die entscheidenden Faktoren seien stets dieselben gewesen:

„Übermäßiger Wohlstand, der zu weniger strengen Sitten sowohl in geistiger als auch in körperlicher Hinsicht führt; eine wachsende Kluft zwischen Reich und Arm; der zunehmende Widerwille, Wehrdienst zu leisten, sowie eine Vorliebe für Söldner.“

Der technische Vorsprung des Westens gegenüber anderen Ländern bedeute in einem militärischen Konflikt nicht automatisch in eine Überlegenheit.

„Ist die unendliche lange Liste an Niederlagen, die der Westen zumindest seit 1953 erlitten hat, nicht der Beweis für das Gegenteil?“

Quelle: Junge Freiheit

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