Dass die USA nun den Wunsch äußern, mit Russland Gespräche zur Raketenabwehr in Europa aufzunehmen, zeugt von Washingtons Unfähigkeit, eine mögliche Raketenattacke seitens Nordkoreas alleine abzuwenden. Dies sagte Professor Konstantin Siwkow, Leiter der Russischen Akademie für geopolitische Fragen.

 

 

Zuvor hatte Christopher Ford, Sonderberater des US-Präsidenten in Fragen der Nichtverbreitung von Nuklearwaffen, erklärt, dass die Gespräche zwischen Russland und den USA zur Raketenabwehr ein „qualitativ neues“ Niveau erreichen könnten, sobald die Gefahren, die von Nordkorea und dem Iran ausgingen, unter Kontrolle gebracht würden.

„Fords Erklärung ist ein Eingeständnis dessen, dass die USA nicht damit rechnen, dass ihr strategisches Raketenabwehrsystem das Land vor möglichen nordkoreanischen ballistischen Raketen schützen kann, die Pjöngjang in mehreren Jahren bauen könnte“, so Siwkow.

Die jüngsten Berichte über erfolgreiche Tests der US-Luftabwehr seien vor allem für das „innere Auditorium“ gedacht, so der Professor weiter. Deren realen Fähigkeiten entsprächen aber den Forderungen des US-Rüstungskomplexes bei Weitem nicht.

Russland sollte aus Sicht von Siwkow jede Möglichkeit dafür nutzen, um eine positive Dynamik in Sachen Luftabwehr zu erzielen. Dabei solle sich Moskau aber nicht bedingungslos auf die USA verlassen und keine einseitigen Zugeständnisse machen. „Natürlich sollten wir Verhandlungen zustimmen – jedes Gespräch ist besser als ein Kalter Krieg“, so der Professor weiter.
In den letzten Jahren ist der russisch-amerikanische Luftabwehr-Dialog ins Stocken geraten. Die USA bauen zurzeit ihre Luftabwehrsysteme in Europa und in Südkorea aus und begründen dies mit einer Raketengefahr seitens des Iran und Nordkoreas. Dies stößt in Russland und in China jedoch auf Besorgnis, die die strategische Stabilität in der Welt dadurch gefährdet sehen.

 

Quelle: Sputnik