Im Jemen breitet sich die Cholera aus — denn das Gesundheitssystem ist im Krieg nahezu zusammengebrochen. Jetzt gibt es den Verdacht: Die Briten sorgen mit Knowhow für das Gelingen der Angriffe.

 

 

Die Londoner „Times“ kommentierte unlängst: „Der Jemen verdient ernsthafte internationale Bemühungen um eine diplomatische Lösung, die nicht nur das Leiden beendet, sondern auch die Ausweitung der Macht des Irans hemmt.“ Jetzt kam heraus: Großbritannien ist wohl stärker involviert, den Iran einzudämmen, als bislang gedacht: Die Briten gehören zwar nicht der saudischen Militärkoalition an, rüsten sie aber für den Krieg auf. Jetzt konfrontierte laut dem Guardian die „Kampagne gegen den Waffenhandel“ den Präsidenten des britischen Rüstungskonzerns BAE, Roger Carr, mit einer Stellenausschreibung. Gesucht wurde ein Waffentechniker, der die Jets vor Ort mit Bomben und Raketen bestückt. Standort sei der Stützpunkt King Abdulaziz in Dhahran gewesen. BAE sei in Saudi-Arabien, um „nach den Flugzeugen zu sehen und sicherzustellen, dass sie eingesetzt werden können.“ Die Stellenanzeige sei mittlerweile von der Website verschwunden.

Auch Deutschland liefert Waffen in die Region. Trotz Bedenken wegen Katars Beteiligung am Krieg im Jemen genehmigte die Bundesregierung im Oktober 2015 die Lieferung von Kampfpanzern in das Golfemirat. Saudi-Arabien ist ebenfalls immer wieder Kunde.

Im Bürgerkriegsland Jemen sind nach Angaben der Vereinten Nationen ohne eine massive Anstrengung der Weltgemeinschaft sieben Millionen Menschen vom Hungertod bedroht — aktuell verschärft sich die Bedrohung durch Cholera, warnt die Gesundheitsorganisation WHO. Die Lage in dem bitterarmen Land sei „die größte humanitäre Krise der Welt“, sagen UN-Verteter. Am Beispiel Jemen zeigt sich wie in Syrien das Pulverfass im Nahen Osten, das in Stellvertreterkriegen zwischen Iran und Saudi-Arabien, zwischen Schiiten und Sunniten, gipfelt. Diplomatische Bestrebungen laufen ins Leere. Eine ganze Generation wächst mit Krieg, Hunger und Versorgungsnöten auf.