In einer Asylbewerberunterkunft im oberpfälzischen Arnschwang hat ein Mann am Samstagabend einen fünf Jahre alten Jungen aus Russland in seine Gewalt gebracht und mit Messerstichen tödlich verletzt. Nun meldet die Polizei, dass der Täter ein verurteilter Straftäter war und eine elektronische Fußfessel trug.

Der 41-jährige Afghane wurde im Oktober 2009 durch das Landgericht München wegen schwerer Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren 10 Monaten verurteilt. Im Januar 2015 wurde er aus der Haft entlassen. Weil es als Asylbewerber geduldet wurde, zog er nach der Haftentlassung in das Asylbewerberheim.

Er stand von Gesetzes wegen unter Führungsaufsicht — das ist üblich, nachdem man eine Strafe vollständig verbüßt hat. Deswegen war er angewiesen, sich im räumlichen Umfeld der ihm zugewiesenen Asylunterkunft aufzuhalten, und trug eine elektronische Fußfessel. Auffällig wurde er in dieser Zeit noch einmal, als er bei einer Bahnfahrt im Februar 2016 beim Schwarzfahren erwischt wurde. Beim Einsatz am Samstag feuerte die Polizei acht Schüsse auf den Täter ab, er wurde tödlich getroffen.

Der sechs Jahre alte Bruder des getöteten Kindes musste laut Medien die Szene miterleben und erlitt einen schweren Schock. Mehrere weitere Menschen — darunter einer der Polizisten — wurden wegen Schocks behandelt. Die 47-jährige Mutter erlitt bei der Auseinandersetzung schwere, jedoch nicht lebensbedrohliche Schnittverletzungen. Ein Besuch im Kreiskrankenhaus Cham, um mehr über die Hintergründe der Tat in Erfahrung zu bringen, war ohne Erfolg: Die Frau befindet sich noch in stationärer Behandlung und ist nicht vernehmungsfähig. Unklar ist deshalb weiterhin, in welchem Verhältnis sie zu dem 41-Jährigen stand und weshalb es zu der Auseinandersetzung kam. Bei der Familie handelt es sich um Asylbewerber aus Russland.

In Arnschwang ist man schockiert über die Tat. Das Dörfchen liegt im Naturpark Oberer Bayerischer Wald und bietet eine Anzahl touristischer Attraktionen.

Die Asylunterkunft liegt etwas außerhalb des Ortes. Wenn man möchte, kann man an dem malerischen Fluß Chamb entlang dorthin gehen. Der Weg entlang der Landstraße führt an der Brauerei Mühlbauer und – außerhalb der Ortschaft — an selbstgemalten Schildern mit Wörtern wie „Glück“, „Frohsinn“ und „Frieden“ vorbei.

Die Asylunterkunft ist nun geräumt. Das einzige, was an die traurige Tat erinnert, ist das Polizeiabsperrband. Etwas abseits steht eine Polizeistreife. Ein paar Hundert  Meter entfernt sitzen zwei Männer vor einer Autowerkstatt. Viel mitbekommen von den Asylbewerbern haben sie nicht. Die Frauen gingen getrennt von den Männern, erzählten sie, wie bei gläubigen Muslimen manchmal üblich. Ruhig sollen sie gewesen sein. Wenn es Ärger gab, dann nur untereinander.

Einer dieser Streits hat nun die Hoffnung einer Mutter auf ein besseres Leben in Deutschland zunichte gemacht.

Quelle: Sputnik

Метки по теме: ; ; ;