„Muslime in Österreich: Woran scheitert das Miteinander?“ Wenn bei diesem Thema FPÖ-Obmann HC Strache als Diskutanten eine Frau mit Kopftuch und einen weiteren Moslemvertreter als Gegenüber hat, ist klar, dass es zu einer heftigen rhetorischen Auseinandersetzung kommt. Nicht nur, dass die muslimische Modeschöpferin Meriem Lebdiri und Adnan Dincer, der Gründer einer Migrantenpartei, dem FPÖ-Chef ständig ins Wort fielen, überraschten beide Moslems im „Talk im Hangar 7“ auf Servus-TV mit einer Naivität und weltfremden Ansichten.

11. September und Rechtspopulisten sind schuld am schlechten Islam-Image

Dass der Islam derzeit so massiv unter Beschuss sei, daran trage der 11. September 2001, also der Terroranschlag in den USA die Schuld, genauso wie auch rechtspopulistische Parteien. Dass sich die Muslime abschotten und nicht integrieren wollen, wurde von beiden faktisch negiert. Fazit der Diskussion aus Sicht der Muslime: „Schuld sind die anderen, wir sind das Opfer!“

Dincer will die Probleme „reseten“, man müsse einfach nur miteinander kommunizieren. Da fragt sich der interessierte Zuseher wie das gehen soll, wenn selbst Moderator Michael Fleischhacker zu verstehen gab, dass viele Personen aus der muslimischen Community zur Diskussion eingeladen wurden, letztendlich aber (aus Druck?) absagten.

700.000 Muslime in Österreich

Gewisse Probleme lassen sich auch nicht einfach „reseten“. Zahlen belegen jedenfalls, dass die Anzahl der Moslems in Österreich in den letzten Jahren rapide zugenommen hat. 1973 zählte man 30.000, aktuell sollen es schon 700.000 sein. Und der Islam wird von der Bevölkerung in Umfragen schlecht bewertet. 60 Prozent sehen den Islam negativ. Dass der Islam nicht zu Österreich gehöre, wird mehrheitlich befürwortet. Dennoch sei laut Dincer der Islam ein Teil dieses Landes, doch es fehle die „Wertschätzung“.

Probleme nur mit muslimischen Zuwanderern

„Wie gestaltet sich die Anwesenheit? Parallelgesellschaften entstehen. Die, die hierherkommen, interessiert nicht, wie der Österreicher lebt. Sie sagen: Wir wollen unter uns bleiben“, stellte die Publizistin Birgit Kelle fest. Bei der dritten Generation der Zuwanderer gebe es eine Abschottung und neue Radikalisierung. Und Kelle betonte: „Wir haben nie über die Zuwanderung aus Italien oder Japan diskutiert, weil es immer ein Problem mit Personen aus muslimischen Ländern gibt. Integration heißt nicht, dass die Mehrheitsgesellschaft zurückweicht. Wir haben einen Teil der Zuwanderer, die sich nicht integrieren wollen. Integration ist aber eine Bringschuld der Zuwanderer.“ Bedauerlich sei da, dass das Problem erst so groß werden muss, dass man drüber sprechen dürfe.

Quelle: Unser Mitteleuropa

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