Der russische Botschafter in Litauen, Alexander Udalzow, hat in einem Interview mit der Zeitung „Litowski Kurier“ die Forderungen der baltischen Politiker nach Entschädigungen für die „sowjetische Besatzung“ als absurd bezeichnet. Zudem darf Moskau Gegenansprüche erheben.

Als Litauen der Sowjetunion beigetreten sei, sei es ein Agrarland gewesen, betonte Udalzow. Was die Lebensqualität anbetreffe, so belege es einen der untersten Plätze in Europa. Die durchschnittliche Industrieproduktion sei in der UdSSR dreimal so hoch gewesen, wie in dem baltischen Land.

Eine großangelegte Industrialisierung habe in Litauen erst nach dem Zweiten Weltkrieg begonnen, so Udalzow. Insgesamt sei in der Zeitperiode von 1940 bis 1990 in die litauische Wirtschaft eine Summe von etwa 65 Milliarden US-Dollar investiert worden.

Damit sei eine mögliche Behandlung der Frage, die Litauen aufwerfe, über einen Ausgleich des Schadens, den Russland angeblich zugefügt habe, „illegitim und sogar absurd», sagte der russische Botschafter. Dagegen dürfe Russland, das einmal der größte Geber des UdSSR-Haushaltes gewesen sei, eine Entschädigungszahlung von Litauen einfordern. So hätten beispielsweise allein die Vorzugslieferungen von Mineralrohstoffen und Energieträgern aus Russland mehr als 72 Milliarden US-Dollar gekostet.

Spitzenpolitiker der baltischen Staaten hastlantten sich mehrmals zum Thema der „sowjetischen Besatzung» geäußert. Im Sommer 2016 forderten die Justizminister von Lettland, Litauen und Estland Moskau auf, „den Schaden der brutalen Verbrechen auszugleichen» und den außenpolitischen Kurs der Sowjetunion von Anfang der 1940er Jahre zu verurteilen.

Quelle: Sputnik

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