Russlands langjähriger Staatschef Wladimir Putin erinnert sich in einem Interview mit US-Regisseur Oliver Stone daran, wie ihm vor fast 18 Jahren angeboten wurde, Regierungschef und Präsidentschaftskandidat zu werden. Auch erzählt Putin über seine erste Reaktion.

 

 

Im August 1999 hat der 68-jährige Jelzin Geheimdienstchef Wladimir Putin (damals 46) zum Premierminister und seinem Wunschkandidaten für die Präsidentenwahl 2000 ernannt.
„Er (Jelzin) lud mich ein und sagte, er möchte mich zum Premierminister ernennen, und möchte, dass ich dann bei der Präsidentschaftswahl kandidiere“, sagte Putin in dem Interview, das am Montag vom TV-Sender Showtime ausgestrahlt wurde. „Ich sagte, dass das eine große Verantwortung sei und mein ganzes Leben ändern würde, und dass ich mir nicht sicher sei, dazu bereit zu sein.“

Er wisse immer noch nicht, warum Jelzins Wahl damals auf ihn gefallen sei, so Putin. „Die Verantwortung für Russland in der damaligen Situation zu übernehmen, war eine recht schwierige Sache. Auch wusste ich nicht, wie Jelzins endgültiger Plan aussah.“

Er habe keine Ahnung gehabt, wie lange er das machen würde. Denn Jelzin hätte ihn „jede Sekunde“ absetzen können, so Putin weiter.

„Mir ging damals nur ein Gedanke durch den Kopf: Wo ich meine Kinder verstecke. Stellen Sie sich das nur vor: Ich bin entlassen und habe keine Wächter mehr. Wie soll ich dann die Sicherheit meiner Familie gewährleisten?“

Dennoch habe er eingewilligt. „Ich entschied für mich selbst, dass ich, wenn es das Schicksal so will, das dann bis zum Ende machen muss. Ich war auch nicht sicher, ob ich Präsident werde. Niemand gab mir eine Garantie.“

 

Quelle: Sputnik