Die Ankunft des Ex-NSA-Agenten Edward Snowden in Russland war für Präsident Wladimir Putin nach eigener Aussage eine Überraschung, denn er habe Snowden anfangs nicht aufnehmen wollen. Den Whistleblower dann der amerikanischen Seite auszuliefern, sei aber nicht mehr möglich gewesen.

 

 

Dies sagte Putin in einem Interview mit dem US-Regisseur Oliver Stone. Jener fragte Putin, ob ihn 2013 der damalige US-Präsident Barack Obama angerufen habe, nachdem bekannt geworden sei, dass Snowden nach Russland unterwegs war.

„Erstens hat es erste Kontakte mit Snowden schon in China gegeben, als man uns gesagt hatte, dass es jemanden gebe, der für die Menschenrechte kämpfen wolle“, so Putin im Interview. Russland sei damals aber nicht dazu bereit gewesen, den NSA-Agenten aufzunehmen.
„Ich werde jetzt vielleicht viele enttäuschen, vielleicht auch Sie … Ich habe gesagt: Wir sind der falsche Ansprechpartner. Wir haben ohnehin schon schwierige Beziehungen zu den USA, wir brauchen keine zusätzlichen Probleme“, so Putin weiter. Danach habe es keinen Kontakt mehr zu Snowden gegeben.

Später habe man ihn jedoch plötzlich informiert, dass sich Snowden in einem Flugzeug auf dem Weg nach Russland befinde. In Moskau habe er umsteigen und nach Lateinamerika weiterfliegen sollen. Dann habe sich allerdings herausgestellt, so Putin, dass die lateinamerikanischen Länder Snowden nicht gerade willkommen heißen wollten.

„Zweitens ist diese Meldung (über Snowdens Ankunft in Russland – Anm. d. Red.) sofort in die Presse geraten. Es wurde klar, dass man Snowden nicht erlauben wird, irgendwohin weiterzufliegen.“

So habe sich Snowden in der Transitzone eines Moskauer Flughafens wiedergefunden.
„Natürlich hat uns die amerikanische Seite um Auslieferung gebeten. Es ist aber klar, dass wir das nicht tun konnten“, so Putin.

In dem Gespräch bezeichnete Putin Snowden als „tapfer“, wenn nicht sogar „ein bisschen tollkühn“. Man könne ihm zugutehalten, dass er keine Geheimdaten verraten wollte und stattdessen zu einem gemeinsamen Kampf aufgerufen habe.

Der russische Staatschef erinnerte zudem daran, dass Moskau Washington zuvor Vereinbarungen vorgeschlagen habe, die Auslieferungen von Straftätern regeln würden. Die USA hätten das Angebot jedoch abgelehnt.

„Angesichts der Tatsache, dass die USA uns niemals Täter ausgeliefert haben, die dort Asyl gefunden haben, konnte das, worum uns unsere amerikanischen Partner gebeten hatten, keinesfalls gemacht werden“, schloss Putin.

 

Quelle: Sputnik