Sein Motiv: Haß auf Konservative. Sein Vorbild: Bernie Sanders. Für den 75jährigen Polit-Opa aus Vermont machte der 66jährige James T. Hodgkinson im vergangenen Jahr sogar Wahlkampf. Nebenbei agitierte er in sozialen Netzwerken gegen US-Präsident Donald Trump, nahm an linken Demonstrationen teil, fiel immer wieder der Polizei auf. Sein Haß auf alles, was nicht seinem linksradikalen Weltbild entsprach, entlud sich am Mittwoch in einem Attentat auf republikanische Kongreßabgeordnete in Alexandria, im US-Bundesstaat Virginia. Dort trainierten die Parlamentarier für das traditionsreiche Baseballmatch des US-Kongresses „Demokraten gegen Republikaner“.

Laut Augenzeugen fragte der Täter auf dem Weg zu seiner Tat: „Trainieren dort Demokraten oder Republikaner?“ Er wollte Republikaner töten. Vier Personen erlitten teils schwere Schußverletzungen, als Hodgkinson rund 50 Patronen aus seinem Gewehr abfeuerte. Nur die Anwesenheit der Kapitolpolizei verhinderte ein Massaker. Die beiden Polizisten wurden zu Helden. Einer der beiden erwiderte das Feuer noch, nachdem er angeschossen wurde. Es gelang ihm, den Linksterroristen auszuschalten. Er verstarb wenig später im Krankenhaus.

Schamloses Verhalten der Demokraten

Daß die Kapitolpolizei überhaupt anwesend war, lag daran, daß der republikanische „Whip“, Steve Scalise, an dem Training teilnahm. Scalise ist die Nummer 3 der Republikaner im Repräsentantenhaus nach „Speaker“ Paul Ryan und dem Mehrheitsführer Kevin McCarthy. Seine Aufgabe ist es vor allem, sicherzustellen, daß die Abgeordneten gemäß der Parteilinie abstimmen. Normale Kongreßabgeordnete haben in den Vereinigten Staaten keinen Polizeischutz.

Scalises Zustand ist kritisch, nachdem es ursprünglich hieß, er sei außer Lebensgefahr. Nach Angaben der behandelnden Ärzte durchdrang eine Kugel seinen Körper, zerstörte Knochen und Organe. Ans Krankenbett des 51jährigen Familienvaters aus dem Bundesstaat Louisiana kam am Mittwoch auch US-Präsident Donald Trump mit seiner Frau Melania.

Schamlos nutzten manche Demokraten die Tat eines ihrer Anhänger aus, um eine Verschärfung des Waffenrechts zu fordern. In diese Kerbe schlug der Gouverneur von Virginia, Terry McAuliffe. Auch Sanders forderte auf Twitter zunächst allgemein, man müsse die Gewalt stoppen. Später verurteilte er das Attentat.

Medien tragen eine Mitverantwortung

Es ist an der Zeit, daß sich auch amerikanische Journalisten wieder ihrer Verantwortung bewußt werden. Nicht nur der republikanische Abgeordnete Jack Bergman aus Michigan sieht einen Zusammenhang zwischen den Hetzkampagnen gegen Trump und die Republikaner und der Radikalisierung Hodgkinsons. Den Medien warf Bergman sogar Komplizenschaft vor, da sie hetzten statt zu informieren.

Es stimmt: Wer den Präsidenten des eigenen Landes als ein undemokratisches Monster zeichnet, das die Verfassung abschaffen und sich zum Diktator machen will, braucht sich nicht wundern, wenn einfacher gestrickte Gemüter diesen Wahnsinn glauben und sich legitimiert fühlen, zu handeln. Auf Twitter entlud sich nach der Tat erneut der ganze Haß eines Teils der politischen Linken in Amerika. „Bevor ihr auf eure Knie geht und für Steve Scalise betet, denkt dran, daß er ein rassistisches Stück Scheiße und ein haßerfüllter Fanatiker ist“, schrieb eine Nutzerin.

Der bekannte Autor Malcolm Harris meinte: „Wenn der Schütze krank war, fallen dann nicht Schüsse auf die republikanische Führung des Repräsentantenhaus unter Selbstverteidigung?“ Ein Blogger freute sich, daß nun endlich einmal Republikaner attackiert würden, nachdem 2011 die Demokratin Gabby Giffords Opfer eines Attentäters wurde.

Unverantwortliche Hetze der New York Times

Den Anschlag damals griff die New York Times anläßlich des Attentats von Alexandria wieder auf und wiederholte ihren Vorwurf von 2011, die Republikaner-Politikerin Sarah Palin sei für die Tat verantwortlich. Der Manager des Baseballspiels setzte da die richtigen Akzente: Er lud beide Teams, Demokraten und Republikaner, zu einem gemeinsamen Abendessen ein, um über die Situation zu reflektieren und sich gegenseitig besser kennenzulernen.

 

von Thorsten Brückner

 

Quelle: Junge Freiheit