Die polnische Ministerpräsidentin Beata Szydlo hat sich durch eine Rede im früheren Konzentrationslager Auschwitz politisch korrekte Empörung zugezogen.

Sie sagte dort am Mittwoch in einer Rede, „in unserer turbulenten Zeit” sei Auschwitz eine „große Lehre”, daß „alles getan werden muß, um die Sicherheit und das Leben unserer Bürger zu verteidigen”.

Kritiker warfen der Präsidentin daraufhin vor, sie „instrumentalisiere“ das Gedenken an die Opfer des Vernichtungslagers für eine Rechtfertigung der Anti-„Flüchtlings“politik ihrer Regierung.

Polen weigert sich hartnäckig, die von der EU mit Mehrheit beschlossene Umverteilung von „Flüchtlingen“ mitzutragen und selbst „Flüchtlinge“ aufzunehmen. Die EU-Kommission hatte deshalb inzwischen Vertragsverletzungsverfahren gegen Polen sowie Ungarn und die Tschechische Republik beschlossen. Szydlo hatte die Weigerung ihrer Regierung wiederholt mit Sicherheitserwägungen begründet, ihr Sprecher Rafal Bochenek sprach mit Blick auf die Umverteilung von Flüchtlingen von einer „Bedrohung” für die Sicherheit Polens.

Die Chefin der liberalen Oppositionspartei Nowoczesna, Katarzyna Lubnauer, warf Szydlo nun vor, „den Horror von Auschwitz zu mißbrauchen, um den Polen Angst vor Flüchtlingen zu machen”.

Auch der Vorsitzende der christlichen Vereinigung der Familien von Auschwitz, Krzysztof Utkowski, ist der Meinung, die Präsidentin habe mit ihren Äußerungen einen „krassen Fauxpas” begangen. Kritik kam auch von EU-Ratspräsident Donald Tusk. „Solche Worte sollten niemals an einem solchen Ort von einer polnischen Ministerpräsidentin ausgesprochen werden”, kommentierte der frühere polnische Ministerpräsident via Twitter.

Regierungssprecher Bochenek wies die Anschuldigungen zurück und warf den Kritikern vor, die Worte der Regierungschefin aus dem Kontext zu reißen und falsch zu interpretieren. „Wer will, kann in jeder Erklärung schlechte Absichten erkennen”, sagte er.

 

 

Quelle: Zuerst

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