Das tief gestaffelte Raketenabwehrsystem, welches in Russland bis 2025 entstehen soll, ist als eine effektive Antwort auf die amerikanische „Prompt Global Strike“-Strategie gedacht, schreibt der Militärexperte Viktor Litowkin in seinem auf dem Portal rueconomics.ru veröffentlichten Beitrag.

 

Zuvor hatte Sergej Bojew, Chefkonstrukteur des Raketenangriff-Frühwarnsystems SPRN, Journalisten mitgeteilt, man wolle bis 2025 mit der Schaffung eines gestaffelten Raketenabwehrsystems fertig werden. Er bezeichnete dieses Projekt als eine Antwort auf die aktive Entwicklung von Luftangriffssystemen in der Welt, die heute den Verlauf von militärischen Konflikten mitentscheidend beeinflussen.

„Das künftige System wird zwei Staffeln haben – eine bodengestützte und eine weltraumgestützte“, so Oberst a. D. Litowkin. „Zur bodengestützten Staffel gehören Raketenangriff-Frühwarnsysteme, die in Randgebieten Russlands aufgestellt werden, sowie Fla- und Gegenraketensysteme, die in der Lage sind, sowohl strategische als auch Mittel- und Kurzstreckenraketen abzufangen.“

„Die weltraumgestützte Staffel ist auch ein Frühwarnsystem, das sich auf Satelliten stützt, die Raketenstarts – in erster Linie in Richtung Russland – aufspüren sollen.“

„Das gestaffelte Verteidigungssystem schließt ein, dass Radarstationen und Fla-Raketensysteme nicht nur entlang der Grenzen, sondern auch innerhalb des Landes stationiert werden“, betont der Experte. „Dies soll es ermöglichen, keine Schläge gegen die wichtigsten Industrieregionen, Militärobjekte und Kulturzentren des Landes durchzulassen.“
Zur Bewaffnung des gestaffelten Raketenabwehrsystems werden Kurzstreckensysteme der Typen Tunguska, Buk, Panzir und Top-M2 sowie die Mittelstreckensysteme S-300 und Witjas gehören. Abgerundet wird das System mit dem S-500-Komplex großer Reichweite, der in der Lage ist, Ziele in 100 Kilometer Höhe zu treffen.

„Das Abwehrsystem wird unter anderem unter Berücksichtigung von neuesten Waffen entwickelt, die es noch gar nicht gibt, wie etwa Hyperschallraketen“, so Litowkin. „Der Gegner hat solche Waffen vorerst nicht, wir werden aber in der Lage sein, solche Raketen abzufangen, sobald diese auftauchen.“

Bojew verwies darauf, dass die „Prompt Global Strike“-Strategie gegen 2030 fertig sein soll. Eine unmittelbare Bedrohung für Russland würden dabei die in Rumänien und Polen stationierten bodengestützten Raketenabwehrsysteme Aegis darstellen.

 

Quelle: Sputnik