Wegen Körperverletzung, Nötigung und des Verdachts eines versuchten Sexualdeliktes ermittelt die Polizei gegen einen 37-Jährigen. Er steht im dringenden Verdacht, an der Kingersheimer Straße am Donnerstag gegen 15.40 Uhr mit seinem Fahrrad eine zehnjährige Radlerin gerammt und sie dann hinter einen Heuhaufen gezerrt zu haben.

Dort soll er das laut um Hilfe rufende Mädchen unsittlich berührt haben. Vorbeikommende Passanten, darunter ein Polizeibeamter auf dem Heimweg vom Dienst, hörten die Schreie und kamen dem sich heftig wehrenden Kind sofort zu Hilfe. Sie überwältigten den 37-Jährigen, hielten ihn fest und übergaben ihn der zwischenzeitlich alarmierten Polizei.

Das Mädchen erlitt Schürfwunden. Der Mann hatte offenbar bereits vor dem Angriff eine Gruppe von Schülerinnen angesprochen. Sie hatten jedoch nicht auf ihn reagiert und waren weitergefahren. Der 37-Jährige sitzt mittlerweile auf Antrag der Staatsanwaltschaft Tübingen in Untersuchungshaft. Die Haftrichterin am Amtsgericht Tübingen stellte erhöhte Fluchtgefahr fest: Der Mann aus Syrien hält sich als Asylbewerber in Deutschland auf und hat in Tübingen keine festen sozialen Bindungen und keine Arbeitsstelle. Bei der Polizei ist er bereits seit längerem bekannt. Er war erst vor etwa einem Jahr aus dem Gefängnis entlassen worden. Dort hatte er eine Haftstrafe wegen Raubes abgesessen. Auch wegen Ladendiebstählen und sexueller Beleidigungen, wie der Straftatbestand für Begrapschen bis 2017 hieß, wurde bereits gegen ihn ermittelt.

 

 

 

Quelle: Schwäbisches Tagblatt

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