Mit seiner Forderung, die Mittelmeerroute für „Flüchtlinge“ dichtzumachen, steht der österreichische Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) nicht allein. Jetzt wird Kurz von dem britischen Migrationsexperten Sir Paul Collier in seiner Forderung unterstützt.

Die Tatsache, daß der Weg nach Europa für Flüchtlinge und Migranten nur über Menschenschmuggler über das Mittelmeer funktioniere, sei keine sinnvolle Art, mit Migration umzugehen, argumentiert Collier. Es müsse „klarerweise eine legale Route für Asylberechtigte nach Europa” geben. Die Mittelmeerroute sei demgegenüber nicht vertretbar, da man dabei Menschen dazu ermutige, auf der Basis falscher Vorstellungen ihr Leben Schlepperbanden anzuvertrauen. „Wir haben moralische Verpflichtungen gegenüber Flüchtlingen. Wir brauchen zumindest einen sicheren Zufluchtsort, der Menschen aufnimmt.”

Diese Zufluchtsorte sieht Collier in insgesamt zehn Staaten, die bereits den Großteil der „Flüchtlinge“ aufgenommen haben und sich in der Nähe der aktuellen Krisenherde befinden. Zwei von ihnen sind Jordanien und Äthiopien, wo bereits Arbeitsplätze sowohl für die lokale Bevölkerung als auch für Flüchtlinge geschaffen würden.

Den Flüchtlingen müsse es an ihrem Zufluchtsort erlaubt sein, zu arbeiten. Wenn man die Flüchtlingsboote im Mittelmeer abfange und die Menschen an Orte schicke, wo sie Arbeit finden könnten, werde man das Schleppergeschäft beenden, ist Collier überzeugt: „Den jungen, gutsituierten Menschen, die mit der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Europa kommen, muß stattdessen durch Investitionen die Möglichkeit auf einen sicheren Arbeitsplatz im eigenen Land gegeben werden.” Dazu müsse vor allem in Afrika investiert werden.

 

Quelle: Zuerst

 

 

 

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