„Das öffentliche Leben wird deutlichen Einschränkungen unterliegen, da muß man nichts schönreden“, sagt Joachim Lenders, Hamburgs Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, angesichts der Sicherheitsmaßnahmen zum G20-Gipfel in Hamburg. Der ADAC prognostiziert einen Verkehrskollaps, Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Heimarbeit oder Überstundenabbau an, und viele Geschäfte sowie Gastronomiebetriebe rund um die Sicherheitszonen werden ihre Tore geschlossen hatten. Knapp 20.000 Polizeibeamte werden den Gipfel sichern, sogar ein Kriegsschiffe der Bundesmarine soll zum Schutz im Hafen anlegen.

Sorgen bereiten den Sicherheitsbehörden unter anderem die Stadtteile Schanze und Karolinenviertel, die als Hochburgen der linksextremen Szene gelten. Die linke bis linksterroristische Szene bereitet sich europaweit auf den G20-Gipfel vor und droht mit einem der „größten Schwarzen Blöcke, den es je gegeben hat“. Es werden bis zu 10.000 Linksextremisten zur Demonstration gegen den G20-Gipfel erwartet, einige Läden wollen bereits ihre Fensterscheiben mit Holz schützen.

Sorge bereitet der Bundesregierung auch die Möglichkeit, daß es zu gewaltsamen Konflikten zwischen Sicherheitspersonal und Gegendemonstranten kommen könnte, insbesondere bei der türkischen Delegation. Nach entsprechenden Konflikten in Washington, bei denen Leibwächter des türkischen Präsidenten mit Gegendemonstranten aneinandergerieten, hat das Auswärtige Amt bereits mitgeteilt, daß einige dieser Leibwächter besser „nicht nach Deutschland kommen sollten.“ Die privaten Leibwächter der verschiedenen Regierungschefs haben bereits Erlaubnisscheine beantragt und teilweise erhalten, um scharfe Waffen tragen zu dürfen.

Während die Wirtschaft Umsatzeinbußen in Millionenhöhe erwartet, gibt sich die Stadt Hamburg (noch) unbesorgt ob der zu erwartenden Auseinandersetzungen rund um den G20-Gipfel.

 

Quelle: Zuerst