Der amerikanische Handelsminister Wilbur Ross hat seine Reise nach Deutschland kurzfristig abgesagt, wie die Zeitung „FAZ“ am Dienstag unter Berufung auf das Bundeswirtschaftsministerium berichtet.

Gründe wurden zunächst nicht genannt. Ross sollte am Dienstag mit seiner deutschen Amtskollegin Brigitte Zypries zusammenkommen. Am Abend sollte er auf dem Wirtschaftstag des Wirtschaftsrates der CDU sprechen und zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Zukunft der transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen diskutieren.
Bei den Gesprächen sollte es auch um den seit Monaten schwelenden Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten sowie um drohende Strafen gegen europäische und deutsche Stahlproduzenten gehen.

Zuvor hatte Zypries Washingtons Pläne über die Einführung von Importzöllen für den europäischen Stahl scharf kritisiert. Hintergrund dieser Kritik ist der Auftrag des Präsidenten Donald Trump, zu untersuchen, ob Stahlimporte die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten beinträchtigen.

Ross wollte eigentlich noch im Juni einen Bericht dazu vorlegen, ob auch Stahlimporte aus der EU als Bedrohung der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten eingestuft werden können. Die Bundesregierung weist die Vorwürfe zurück. Sollten die USA Importzölle einführen, würden die europäischen und deutschen Hersteller Verluste verzeichnen müssen, statt die globale Überproduktion von Stahl zu reduzieren. Es gäbe Malmström zufolge keine Beweise, dass europäische Stahlimporte die nationale Sicherheit der USA beeinflussen könnten.
Die G-20-Staats- und Regierungschefs beraten Anfang Juli in Hamburg auf ihrem Gipfel auch über Handelsfragen.

 

Quelle: Sputnik