Die Investitionen in das Erdgasprojekt Turkish Stream betragen etwa sechs Milliarden US-Dollar. Gazprom kann die finanziellen Lasten für den Bau der Pipeline aus eigenen Ressourcen stemmen. Das erklärte der Vorsitzende des Managementkomitees, Andrej Kruglow.

Das Volumen der geplanten Investitionen für Turkish Stream beträgt rund sechs Milliarden US-Dollar. Was die Kosten des Projekts anbelangt, besteht die Möglichkeit, jenen Teil zu finanzieren, der durch das Meer verläuft. Wir haben eingeplant, dass Turkish Stream allein durch diese Form der Finanzierung umgesetzt werden könnte», zitierte die Nachrichtenagentur TASS Kruglow.

Gazprom begann am 7. Mai mit dem Bau jenes Abschnitts von Turkish Stream, der durch das Schwarze Meer verläuft. Die erste Leitung der Pipeline ist allein für die Versorgung der Verbraucher in der Türkei vorgesehen. Die zweite Leitung soll Energiemärkten in Süd- und Südosteuropa zur Verfügung stehen. Jede Leitung wird eine jährliche Transportkapazität von 15,75 Milliarden Kubikmeter Erdgas aufweisen.

Das Projekt wird nach einem strikten Plan durchgeführt. Bis 2019 werden unsere türkischen und europäischen Konsumenten eine neue verlässliche Route für den Import von russischem Erdgas erhalten», verkündete der Vorstandsvorsitzende des russischen Erdgas-Riesen, Alexej Miller.

Reaktion auf westliche Übergriffe

Ein führender Analyst des Nationalen Energiesicherheitsfonds und Dozent an der staatlichen russischen Wirtschaftsuniversität, Igor Juschkow, stellte im Gespräch mit dem Nachrichtenportal Vestnik Kavkaza fest, dass sich Russland den lukrativen Markt in der Türkei sichern möchte, der zu den größten in Europa zählt. Er sagte:

Gazprom beabsichtigt nicht, andere Akteure im Rahmen der ersten Leitung an Turkish Stream zu beteiligen. Es gibt wirklich keine Notwendigkeit, jemanden einzubeziehen, weil die erste Leitung ausschließlich für die Türkei bestimmt ist. Shell oder OMV könnten allenfalls bei der zweiten Leitung zum Zug kommen.

Der Analyst Juschkow warnte, dass die Stellungnahme aus Moskau eine Reaktion auf übergriffiges Verhalten vonseiten der USA ist. Er erklärte:

Die USA haben neue Sanktionen gegen Russland verhängt. Sie versuchen, allmählich Russland aus dem europäischen Erdgasmarkt herauszudrängen.

Der Vizepräsident des Unternehmens NewTech Services und Professor an der staatlichen Universität für Erdöl und Erdgas, Waleri Bessel, betonte, dass es für Gazprom keinen anderen Weg gibt, als das Projekt eigenständig zu finanzieren. Russland steht unter dem stärksten Sanktions-Regime seit Ausbruch der Ukraine-Krise, erklärte der Experte.

Auf Sowjeterfahrungen zurückgreifen

Laut Bessel ist es keine leichte Situation für Gazprom. Das Unternehmen erfüllt seine Anlageverpflichtungen. Es erfüllt alle finanziellen Rückzahlungen rechtzeitig und ohne Verzögerung. Professor Bessel bemerkte:

Wir müssen verstehen, dass Turkish Stream von entscheidender Bedeutung ist. Europa braucht unser Erdgas. Wir brauchen einen europäischen Markt. Gazprom macht das einzig Richtige. Wir wissen nicht, wie der aktuelle Zustand der Transportroute durch die Ukraine ist.

Bessel gibt zu bedenken, dass eine Kooperation mit anderen Unternehmen und Banken im Turkish-Stream-Projekt sicherlich nicht falsch wäre. Auf diese Weise könnte Gazprom nämlich seinen Betriebsgewinn für interne Entwicklungsprojekte investieren.

Aber Russland hat noch als Sowjetunion genug Erfahrung sammeln können, was zu tun ist, wenn es zu Sanktionsangriffen vonseiten des Westens kommt. Ich sehe deshalb kein Problem.

 

 

Quelle: RT

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