Die Erfolge im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ (IS) in Syrien werden von der Entwicklung der Konfrontation zwischen Russland und den USA begleitet, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

Laut westlichen Experten sind die Tage des IS in Syrien gezählt, aber es ist ein Szenario des Überganges des syrischen Krieges in eine neue Dimension zu erkennen.

Der neue saudische Verteidigungsminister Muhammad bin Salman al-Saud sagte vor kurzem:

„Saudi-Arabien wird sich nicht mehr in Zurückhaltung gegenüber Russland üben, wir werden Putin ein Ultimatum stellen. Falls Russland seine chaotischen Bombenangriffe fortsetzt, müssen wir zu erkennen geben, dass wir Maßnahmen ergreifen werden. Russland sollte wissen, dass unsere militärischen Möglichkeiten ausreichen, um die russischen Truppen in Syrien innerhalb von drei Tagen zu vernichten.“

Die saudische Armee hat indes ihre Ohnmacht im Krieg gegen die jemenitischen Partisanen gezeigt. Allerdings sorgt die Äußerung des neuen Erbprinzen für Beunruhigung. Saudi-Arabien muss nicht selbst kämpfen, kann aber sein Territorium für die Aufstockung der Truppen der westlichen Koalition bereitstellen. Dafür würde Riad natürlich einen Teil Syriens nach dessen Zergliederung beanspruchen.

Die Demokratischen Kräfte Syriens, deren Kern die Kurden bilden, bereiten sich auf Kampfhandlungen gegen Damaskus vor. Das bedeutet, dass Washington offenbar eingewilligt hat, dem syrischen Kurdistan trotz der Proteste Ankaras die Unabhängigkeit zu gewähren. Im Norden des Landes wird anscheinend eine neue Front entstehen, zu der Kurden, Araber und sunnitische Stämme Idlibs gehören werden. Diese vereinigten Kräfte würden dann von der US-geführten Koalition offen unterstützt.
Eine andere regierungsfeindliche Gruppierung gibt es im Südosten Syriens. Alle von Damaskus unternommenen Versuche, sie zu vernichten, werden von der Luftwaffe der Koalition torpediert. Hier wird die Präsenz von Militärs der USA, Großbritanniens und anderer Länder der Koalition nicht verheimlicht. Die Versorgung und Unterstützung dieser Oppositionskräfte erfolgt aus dem Irak und aus Saudi-Arabien, die Fliegerkräfte starten ihre Flüge von jordanischen Militärstützpunkten. Diese südöstliche Quasifront hat es vor allem auf Deir ez-Zor und die nahegelegenen Ölvorkommen abgesehen.

Israel nimmt ebenfalls aktiv an der Organisation einer neuen Phase des syrischen Krieges teil. Seine Aufklärungs- und Spezialeinheiten agieren aktiv in Syrien, seine Luftstreitkräfte versetzen ab und zu Luftangriffe gegen syrische Truppen und Verbündete von Damaskus.

Da die USA weder Truppen noch Waffen in die Region verlegen, wie dies vor Beginn der Einsätze im Irak 1991 und 2003 war, plant der Westen offenbar keine Intervention in Syrien. Die militärischen Ressourcen der Türkei und der arabischen Monarchien im Nahen Osten würden für einen offenen Krieg gegen Damaskus und demnach auch gegen Russland und den Iran nicht ausreichen. Die USA sind offenbar auf eine Teilung Syriens aus und nicht mehr am Sturz Assads interessiert. Moskau wird eine Wahl treffen müssen – sich in einen ungewissen Krieg hineinziehen zu lassen, bei dem es syrische und iranische Interessen schützt, und als Folge in der Region aber alles zu verlieren riskiert, oder aber es muss Assad dazu drängen, auf die Aufteilung Syriens einzugehen. Im zweiten Fall würde Moskau wohl die Stützpunkte in Hmeimim und Tartus halten können.
Washington nutzt in Syrien jeden Vorwand, um seine militärische Stärke zu demonstrieren. Der Angriff mit 60 Tomahawk-Marschflugkörpern gegen den syrischen Militärflugplatz Schairat sei geflogen worden, obwohl Trump sicher genau gewusst habe, dass Damaskus keine Chemiewaffen eingesetzt hatte, wie die Zeitung „Welt am Sonntag“ berichtete.

 

Quelle: Sputnik

 

 

 

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