In China ist in dieser Woche ein neuer Torpedobootszerstörer vom Stapel gelaufen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

Mit einer Wasserverdrängung von mehr als 10.000 Tonnen ist er das größte Schiff dieses Typs in ganz Asien.

„Der Stapellauf dieses Schiffs ist ein Beweis dafür, dass unser Volk große Fortschritte beim Bau von Schiffen dieser Klasse gemacht hat“, heißt es in der offiziellen Mitteilung der chinesischen Volksbefreiungsarmee.

Der erste Zerstörer des Projekts 055 wurde in einer Werft in Shanghai gebaut, wo derzeit ein ähnliches Schiff hergestellt wird. Hinzu kommen zwei weitere Schiffe, die in Dalian gebaut werden. Es wird erwartet, dass die Tests des ersten Zerstörers schon im kommenden Jahr beginnen. Schiffe dieses Projekts werden von der chinesischen Führung als Basis ihrer künftigen Seestreitkräfte betrachtet – neben Flugzeugträgern, Landungsschiffen und U-Booten.

Das neue Schiff ist 180 Meter lang und 19 Meter breit. Seine Verdrängung beträgt laut vorläufigen Informationen zwischen 10.000 und 12.000 Tonnen. Es hat zwei Modul-Container-Raketenstartanlagen für jeweils 64 Raketen. Diese sind für Flak-, Anti-U-Boot-Raketen und Anti-U-Boot-Marschflugkörper geeignet. Darüber hinaus hat der Zerstörer eine automatische Artillerieanlage PJ-38, die für drei Munitionsarten geeignet ist. Er verfügt darüber hinaus über eine automatische 30-Millimeter-Artillerieanlage zur Abwehr von Marschflugkörper-Angriffen; an Bord des Schiffes kann ein U-Boot-Hubschrauber landen.

In der ganzen Welt gibt es nur wenige Schiffe, die mit dem neuen chinesischen Zerstörer vergleichbar sind. Eine größere Verdrängung (etwa 15.000 Tonnen) hat nur die amerikanische „Zumvalt“, die aktuell getestet wird. Seine unmittelbaren Konkurrenten sind die US-Zerstörer der Klasse Arleigh Burke (es gibt 63 solche Schiffe, sechs werden derzeit gebaut) und die koreanischen Schiffe der Klasse „Sejong der Große“ (drei wurden bereits gebaut, weitere drei sind im Entstehen). Allerdings ist ihre Verdrängung geringer, so dass das neue chinesische Schiff als „größtes in Asien“ bezeichnet werden kann. Dabei kostete das erste Schiff dieser Serie etwa 775 Millionen Dollar, während eine Arleigh Burke IIA 1,2 Milliarden Dollar teuer ist.

Das Projekt 055 ist eine wichtige Komponente der künftigen chinesischen Flugzeugträger-Gruppierungen, von denen die erste voraussichtlich in der Mitte der 2020er Jahren entstehen wird.

Andrej Frolow vom russischen Zentrum für Strategien- und Technologienanalysen stellte fest, dass Russland keine Schiffe einer solchen Klasse hat. „Wir haben ein ähnliches Projekt unter dem Namen ‚Lider‘, aber die Marine hat sich noch nicht entschieden, wie genau diese Schiffe sein sollen“, so der Experte. „Es wurden zwei vorläufige Varianten entwickelt: mit und ohne Atomantrieb. Dabei sind beide Varianten enorm kostspielig.“ Angesichts der geplanten Ausgabenkürzung für das staatliche Rüstungsprogramm bis 2025 sind die Perspektiven dieser Schiffe eher fraglich.

 

Quelle: Sputnik

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