WITTEN.  Ein Mann hat einen Polizisten geschlagen und auf ihn eingetreten, als er am Boden lag. Anschließend solidarisierten sich 25 Männer mit dem Täter.

Ein 42-jähriger Polizist ist auf dem Rathausplatz angegriffen worden, als er eine junge Frau vor ihrem gewalttätigen Freund schützen wollte. Damit nicht genug: Eine Gruppe von etwa 25 Leuten legte sich mit den Beamten an und forderte die Freilassung des 19-jährigen mutmaßlichen Schlägers, der vorübergehend festgenommen wurde.

Das Ganze spielte sich am späten Freitagabend auf dem Rathausplatz ab. Einer dreiköpfigen Zivilstreife war gegen halb zwölf eine heftige Auseinandersetzung zwischen dem 19-Jährigen und dessen 18-Jähriger Freundin aufgefallen. Als einer der Polizisten dazwischenging, schlug der 19-Jährige den Beamten laut Polizei mit zwei Faustschlägen nieder. Sie trafen den 42-jährigen Beamten im Bereich der Schläfe. Als dieser schon am Boden lag, soll der 19-jährige ihm noch Tritte gegen Kopf und Hals versetzt haben – so lange, bis es den anderen Polizeikräften gelang, den Mann zu überwältigen und vorläufig festzunehmen.

Gruppe solidarisiert sich mit dem jungen Mann

Schnell soll sich eine größere Gruppe um die Beteiligten gebildet haben. Nach Angaben eines Polizeisprechers solidarisierten sich bis zu 25 vorwiegend männliche Personen mit dem Festgenommenen und forderten dessen Freilassung. „Letztendlich mussten die Beamten Pfefferspray einsetzen, um Übergriffe Einzelner aus der Gruppe zu verhindern“, erklärt Polizeisprecher Frank Lemanis. Erst als Verstärkung anrückte, habe sich die Situation beruhigt. Mehrere Polizeiwagen fuhren auf dem Rathausplatz vor.

Nach Informationen dieser Zeitung handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen jungen Syrer. Auch die anderen, bisher noch nicht ermittelten Personen aus der Gruppe sollen überwiegend einen Migrationshintergrund haben. Zu solchen Rudelbildungen kommt es laut Polizei immer wieder, etwas bei Einsätzen in der Bochumer Innenstadt. Aber auch Wittens Rathausplatz ist inzwischen eine bekannte Adresse für Randale, gerade am Wochenende.

Ermittlungen gegen den 19-Jährigen laufen

Gegen den 19-Jährigen wird unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Falls Personen aus der Gruppe identifiziert werden, könnte sie sogar ein Verfahren wegen versuchter Gefangenenbefreiung erwarten. Ob der Tatbestand dies hergibt, müssten die weiteren Ermittlungen zeigen, so die Polizei.

Der verdächtige Haupttäter dürfte inzwischen wieder auf freiem Fuß sein. Er war angetrunken, aber nicht betrunken: 0,72 Promille. Der Polizist, der seine Freundin vor Schlimmerem bewahrte, wurde ambulant im Krankenhaus behandelt. Er ist vorerst dienstunfähig.

 

 

 

Quelle: WAZ.de

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