Krakau/Tel Aviv. Der Islam muß bei den Vereinten Nationen eine gute Lobby haben. Jetzt erklärte die UNESCO die Altstadt von Hebron zum Weltkulturerbe – allerdings zu einem islamischen. Das ist ein böser Schlag ins Gesicht Israels, denn Hebron gilt im Judentum als zweitheiligste Stätte nach Jerusalem. Derzeit liegt die Stadt allerdings im israelisch besetzten Westjordanland.

Israel reagierte promp mit scharfer Kritik. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu bezeichnete das Votum des Welterbekomitees vom Freitag als „eine weitere wahnsinnige Entscheidung der UNESCO”. Die palästinensische Seite hingegen feierte die Entscheidung über die Stadt als einen Sieg ihrer Diplomatie.

In einem im Internet veröffentlichten Video empörte sich Netanjahu: „Die UNESCO sagt, daß das Grab der Patriarchen ein palästinensischer Ort ist, also kein jüdischer Ort, und daß es gefährdet ist.” Er kündigte an, die Stätte, die Religionsfreiheit und die Wahrheit weiterhin beschützen zu wollen.

Auch der israelische Außenamtssprecher Emmanuel Nahschon warf der UN-Kulturorganisation vor, die jüdische Geschichte der Stadt zu ignorieren. „Die UNESCO-Entscheidung zu Hebron und dem Grab der Patriarchen ist ein moralischer Schandfleck”, erklärte er via Twitter. Er warf der UNESCO „Fake History”, also Geschichtsfälschung, vor und erklärte, sie solle sich „schämen”.

Die Siedlerorganisation Yesha im Westjordanland kritisierte die Entscheidung als „antisemitisch“. In einer Pressemitteilung hieß es: „Hebron ist die zweitheiligste Stätte im Judentum, 4.000 Jahre jüdische Geschichte zu ignorieren ist purer Antisemitismus.”

Die Entscheidung des Welterbekomitees in Krakau fiel in geheimer Abstimmung mit zwölf Ja-Stimmen bei drei Gegenstimmen und sechs Enthaltungen.

In Hebron leben derzeit mehr als 200.000 Palästinenser und einige hundert jüdische Siedler. Dort befindet sich auch das Grabmal der Patriarchen, in dem nach biblischer Überlieferung unter anderem Abraham und Isaak begraben sind. Dazugehörig ist die Abrahamsmoschee. Abraham wird sowohl im Judentum als auch im Christentum und im Islam als Stammvater verehrt.

 

 

Quelle: Zuerst

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