Das Interview des ukrainischen TV-Senders „1+1“ mit dem Russen Wiktor Ageew ist laut einem Sprecher des Militärbezirks Süd der russischen Streitkräfte ein Produkt ukrainischer Propaganda. Der russische Staatsbürger Ageew hat mit der russischen Armee seit Frühjahr 2016 nichts mehr zu tun, betonte der Sprecher.

„Zu allererst fällt auf, dass dieses sogenannte Interview wie zerfleddert wirkt. Es ist ein Zusammenschnitt von Wörtern und Sätzen von Wiktor Ageew, die den ukrainischen Propagandisten nützen“, sagte der Sprecher.

Offenbar sei die Aufnahme von ukrainischen Geheimdiensten in großer Zeitnot zusammengeschustert worden, um sie rechtzeitig zum Besuch von Vertretern der US-Administration in der Ukraine fertig zu bekommen.

So sagt Ageew in dem Interview angeblich, er habe sich im südrussischen Nowotscherkassk mit den Kommandeuren einer Armeeeinheit getroffen und dort seinen Vertrag unterzeichnet, um sich zum Dienst bei der russischen Armee zu verpflichten.

Dazu sagte der Sprecher des Militärbezirks Süd:

„In Nowotscherkassk gibt es keine Kommandeure der Armeeeinheit mit der Nummer 65246. Dementsprechend hat sich niemand aus der Führung dieser Einheit mit Ageew getroffen und konnte dort auch keinen Vertrag mit ihm unterschreiben. Auf der Videoaufnahme des ukrainischen TV-Senders erinnert sich Ageew indes sehr schwer an die Nummer seiner angeblichen Einheit.“

Und dann betonte der Sprecher noch: „In Lugansk gab es und gibt es keine aktiven russischen Armeeangehörigen.“ Ageew sei im Frühjahr 2016 aus der russischen Armee entlassen worden, nachdem er seinen Wehrdienst abgeleistet habe.

Zuvor hatte ein Sprecher der selbsternannten Volksrepublik Lugansk erklärt, eine ukrainische Sondereinsatzgruppe habe am 24. Juni im Donbass in der Gegend der Bachmuter Trasse zwei Angehörige der Volksmiliz getötet und vier weitere entführt.

Ukrainische Medien berichteten danach, unter den Gefangenen sei auch Wiktor Ageew – laut Kiew ein Zeitsoldat der russischen Armee. Dass Ageew ein Zeitsoldat der russischen Streitkräfte sei, dementierte Russlands Verteidigungsministerium umgehend. Die Volksrepublik Lugansk bestätigte: Alle Gefangenen seien Angehörige der Lugansker Volkswehr.

 

Quelle: Sputnik