Die Informationen über russische Marineübungen im Mittelmeer bedeuten laut dem russischen Experten Michail Nenaschew, dass Russland Angriffe auf Stellungen der Terroristen in Syrien vorbereitet.

„Die russische Flotte und die Luftwaffe kämpfen gemeinsam gegen den internationalen Terrorismus in Syrien, agieren transparent und berücksichtigen dabei eventuelle Folgen für alle Seeschiffe und Luftfahrzeuge, die in diesem Mittelmeer-Raum auftauchen könnten“, sagte der Marine-Experte am Freitag gegenüber RIA Novosti.

Ihm zufolge informiert Russland im Voraus darüber und agiert nicht heimtückisch wie andere Partner im Anti-Terror-Kampf, die nach ausgedachten Vorwänden suchen und wegen ihrer Inlandsprobleme „Tomahawk“- Raketen schwenken. „Ich meine gewisse Attacken der US-Flotte in Richtung Syrien“, präzisierte Nenaschew.

„Regelmäßige offene Benachrichtigungen über die in Vorbereitung befindlichen Raketenangriffe zeugen davon, dass die russischen Streitkräfte gemeinsam mit der syrischen Regierungsarmee bereit und dazu fähig sind, die Anti-Terror-Operation mit einem vernichtenden Sieg über die Terrormiliz Daesh (auch ‚Islamischer Staat‘, IS) zu Ende zu bringen“, sagte der Experten abschließend.

Zuvor hatten russische Medien unter Verweis auf eine NOTAM-Meldung (Benachrichtigung über Änderungen der Flugregeln für Piloten) berichtet, dass die russische Kriegsmarine am 14., 19., 21., 26. und 28. Juli vor Syriens Küste Militärübungen mit Raketenschießen abhalten soll. Derweil gab Russlands Verteidigungsministerium keine Kommentare dazu ab.
Ende Juni hatten die russischen Fregatten „Admiral Essen“ und „Admiral Grigorowitsch“ sowie das U-Boot „Krasnodar“ vom Mittelmer aus IS-Stellungen in Syrien mit „Kalibr“-Marschflugkörpern angegriffen.

Die Koalition hatte am 4. April 80 Todesopfer einer angeblichen C-Waffenattacke in der syrischen Stadt Chan Scheichun (Provinz Idlib) sowie 200 Verletzte gemeldet. Die Oppositionellen machten Assads Regierungstruppen für den Angriff verantwortlich. Das syrische Militär hat diese Vorwürfe entschieden zurückgewiesen und Terroristen und deren Helfershelfer für den Angriff verantwortlich gemacht.
Die USA hatten am 7. April den syrischen Luftwaffenstützpunkt Schairat angegriffen, ohne die Ermittlungen zu diesem Vorfall abzuwarten. Damals wurden in der Nacht 59 Tomahawk-Marschflugkörper auf diesen Militärflugplatz in der Provinz Homs abgefeuert.

 

Quelle: Sputnik