Der U-Boot-Verband der Schwarzmeerflotte ist von den US-Luftstreitkräften ins Visier genommen worden. Dieser Aspekt wird bei dem am 10. Juli im Schwarzen Meer gestarteten internationalen Manöver „Sea Breeze 2017“ durchgearbeitet.

Laut dem Pressedienst des ukrainischen Generalstabs sind in Odessa zwei neuste US-Aufklärungsflugzeuge P-8 Poseidon eingetroffen. Ihre Hauptbestimmung ist die Ortung und Vernichtung gegnerischer U-Boote, wie die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag schreibt.

Im ukrainischen Generalstab wird betont, dass es sich um den ersten Besuch solcher Flugzeuge nicht nur in Odessa, sondern auch in der Ukraine handele. An allen bisherigen Übungen von „Sea Breeze“ nahmen Patrouillenflugzeuge P-3 Orion teil. Diese werden jedoch allmählich  ausgemustert und durch Poseidon-Flugzeuge ersetzt. Diese Offenheit der ukrainischen Seite ist anscheinend mit den Aufgaben des „Informationswiderstands“ verbunden. Die Poseidon-Flugzeuge sind mit neuesten Radaranlagen, Antischiffsraketen, Torpedos, Seeminen und Flugzeugbomben bewaffnet. Fast jede Woche starteten sie vom Stützpunkt Sigonella auf Sizilien und patrouillierten das östliche Mittelmeergebiet nahe des russischen Marineverbands und der technischen Versorgungsbasis der russischen Marine in Tartus (Syrien), aber ebenso das Schwarzen Meer nahe der russischen Küste.

Laut dem russischen Militärexperten Oleg Schwedkow stellen die patrouillierenden amerikanischen Anti-U-Bootflugzeuge, besonders die letzten Modifikationen, eine Gefahr für die Schwarzmeerflotte dar, vor allem für Diesel-U-Boote, die hier stationiert sind.

Das Auftauchen der Poseidon-Flugzeuge in Odessa ist damit verbunden, dass das US-Kommando diese Flugzeuge näher an Russland stationieren will. Zudem könnte demnächst eine Entscheidung über ihre Stationierung in der Ukraine getroffen werden. „Dies wird ihre Betriebskosten senken und Kiew umfassend militärisch unterstützen. Kiew wird kaum auf diese Unterstützung verzichten“, so der Experte.

Schwedkow zufolge hat Russland zuverlässige Instrumente zur Neutralisierung der Effizienz der Poseidon-Flugzeuge im Schwarzen Meer. „Zum Abfangen hoben mehrmals russische Fliegerkräfte ab. Die Stationierung der Flugabwehrraketensysteme S-400 auf der Krim ermöglicht im Falle eines militärischen Konflikts ihre hundertprozentige Vernichtung in ihren Stationierungsorten nahe der russischen Grenzen.“

Anscheinend will die Nato ihre Kampfbereitschaft im Schwarzen Meer mithilfe der Verbündeten, darunter der Ukraine, erhöhen.

Wie der Kommandeur der Übungen auf amerikanischer Seite, Tate Westbrook, betonte, finden diese Manöver erstmals im Format eines „freien Spiels“ statt, eines ihrer Elemente wird das Abwickeln einer großangelegten Anti-U-Boot-Operation im Schwarzen Meer sein.

„Für die Nato und die Ukraine ist der einzige Feind hier Russland. Es gibt keine Zweifel, dass viele Aufgaben bei Sea Breeze 2017 gerade gegen Russland durchgearbeitet werden“, sagte der Militärexperte Juri Netkatschew. Er machte auf die Kampfmöglichkeiten der Militärgruppierung aufmerksam, die bei „Sea Breeze“ sowie anderen Manövern im Schwarzen Meer konzentriert ist. Sie sei mit dem Militärpotenzial der Schwarzmeerflotte vergleichbar.

Gleichzeitig findet in der Region die Nato-Übung „Saber Guardian 2017“ unter dem Oberbefehl der USA statt. An dem Manöver, das bis zum 20. Juli dauert, nehmen 25.000 Soldaten aus mehr als 20 Nato-Mitgliedsstaaten und Partnerländern der Allianz teil.

US-Berater sind wohl die wichtigsten Helfer der aktuellen ukrainischen Führung bei der Reform von Armee und Flotte nach Nato-Vorbild. Sie haben offenbar die ausländischen Waffenlieferungen an die Ukraine initiiert. Laut Medienmeldungen können demnächst tödliche Waffen aus den USA in die Ukraine geliefert werden. Der stellvertretende Befehlshaber der ukrainischen Marine, Andrej Tarassow, sagte, dass die USA schon bereit seien, der Ukraine zwei Patrouillenboote des Typs „Island“ sowie vier Artillerieboote des Typs “Gurza-M” zu übergeben. Zudem werde über die mögliche Produktion der US-amerikanischen M-16-Gewehre in der Ukraine verhandelt.

 

 

Quelle: Sputnik

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