Seoul beabsichtigt, Pjöngjang in der nächsten Woche Verhandlungen zwischen Militärs über den Stopp der feindlichen Handlungen an der innerkoreanischen Grenze vorzuschlagen. Dies meldet die Agentur Yonhap am Sonntag unter Berufung auf einen südkoreanischen Regierungssprecher.

Seinen Worten zufolge war diese Entscheidung getroffen worden, nachdem Nordkorea auf eine diesbezügliche Äußerung des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in reagiert hatte.
Die nordkoreanische Zeitung „Nodong Sinmun“ hat am Samstag in einem Kommentar unterstrichen, dass „das Festhalten des Staatschefs an den Kooperationsabkommen, die bei den innerkoreanischen Gipfeltreffen in den Jahren 2000 und 2007 geschlossen wurden, der erste Schritt zur Verbesserung der Beziehungen“ sei. Außerdem wurde hervorgehoben, dass der Abbau der militärischen Konfrontation erstrangig sei.

Nach Auffassung von Seoul habe Pjöngjang damit auf die Ähnlichkeit der Positionen beider Länder verwiesen, so der Regierungssprecher.

Wie der Nordkorea-Experte Koh Yu-hwan von der Universität Dongguk (Südkorea) dazu äußerte, können die Seiten sehr verschiedene Dinge unter dem Stopp der feindlichen Handlungen verstehen.
So könne die südkoreanische Regierung damit die Einstellung der Propaganda-Sendungen über Lautsprecher an der Grenze oder der Verbreitung von Flugblättern mit Luftballons meinen, während Nordkorea fordern könnte, gemeinsame Militärübungen von Seoul und Washington zu beenden.

Wie Nordkoreas neuer Präsident Moon Jae-in am 6. Juli erklärte, strebe Südkorea nach keiner Konfrontation mit Pjöngjang. „Wir wollen keinen Zusammenbruch Nordkoreas, und wir wollen nicht nach irgendeiner Form der Vereinigung durch Einverleibung suchen“, so der Präsident. Er fügte hinzu, er sei zu einem Treffen mit seinem nordkoreanischen Amtskollegen Kim Jong-un bereit.

 

Quelle: Sputnik