Russland hat keinen Grund, die Existenzfähigkeit des Washingtoner Vertrages über die Vernichtung aller Flugkörper mittlerer und kürzerer Reichweite (INF-Vertrag) in Frage zu stellen, sagte Russlands Vizeaußenminister Sergej Rjabkow.

„Russland hat keinen Grund, die Existenzfähigkeit dieses Vertrages in Frage zu stellen. Dabei haben wir viele Vorwürfe an die USA wegen der unangemessenen Umsetzung seiner Forderungen“, so Rjabkow zu der Zeitung „Kommersant“. „Wir bleiben dem Vertrag treu und wünschen uns weder dessen Aufhebung noch seine Lockerung.“

Deswegen sei Moskau wegen der Versuche der US-Seite besorgt, unter einem erfundenen Vorwand, mittels der Anschuldigungen Russlands einer angeblichen Abweichung von den Forderungen des Vertrages, die Existenz des Vertrages in Frage zu stellen. „Das ist noch ein Thema, das wir zu erörtern vorschlagen“, betonte Rjabkow weiter.

Zuvor hatte der Vizevorsitzende des Komitees der Stabschefs der US-Streitkräfte, General der US-Luftwaffe Paul Selva, gesagt, die USA seien bereit, als Reaktion auf „die Verletzung des Washingtoner Vertrages über die Vernichtung aller Flugkörper mittlerer und kürzerer Reichweite durch Russland“ (INF-Vertrag) Raketen mittlerer Reichweite zu stationieren.
Der INF-Vertrag war 1987 von der Sowjetunion und den USA unterzeichnet worden und 1988 in Kraft getreten. Demnach hatten sich die Parteien verpflichtet, alle ballistischen Raketen mittlerer und kurzer (von 500 bis 5500 Kilometer) Reichweite zu vernichten. Russland und die USA werfen sich gegenseitig vor, gegen den Vertrag zu verstoßen.

 

Quelle: Sputnik