Rom. Wegen der Migrantenlawine, vor allem aus Schwarzafrika, von der Italien derzeit heimgesucht wird, brodelt es im Land. In Rom und Treviso kam es jetzt zu spontanen Bürgerprotesten gegen die Unterbringung von Asylwerbern.

In einem römischen Vorstadtviertel kam es gegen den geplanten Einzug von rund hundert Flüchtlingen in eine ehemalige Schule, die in ein Aufnahmezentrum umgewandelt worden war, zu Krawallen. Bei Auseinandersetzungen erlitten 14 Beamte Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Die Demonstranten warfen Stühle in Richtung der Ordnungshüter, die mit Knüppelschlägen reagierten und den Eingang freiräumten. Die 250 Familien, die im Vorort leben, hatten schon seit Tagen gegen Pläne des Polizeichefs protestiert, 100 Flüchtlinge in der Ex-Schule unterzubringen. Sie warnten vor einer „Flüchtlingsinvasion”, die zu erheblichen Sicherheitsproblemen in dem ohnehin schon benachteiligten Vorort führen könnte. Jetzt sollen die Migranten vorerst weiterhin in der ehemaligen Schule untergebracht werden.

Anders entschieden die Behörden in Quinto di Treviso. Dort wurden etwa 100 Asylwerber in eine ehemalige Kaserne in der Nähe gebracht. Zuvor hatten Möbel und Matratzen vor ihren Appartements gebrannt, Dutzende Menschen protestierten. Es kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, Dutzende wurden festgenommen.

Anders als in Deutschland solidarisierten sich örtliche Politiker mit den Bürgern. Der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia (Lega Nord), zeigte sich solidarisch mit den Demonstranten und warnte vor einer „Afrikanisierung” der Region Venetien, in der bereits 517.000 Migranten leben. „Es ist absurd, hundert Flüchtlinge in einem Wohnungsgebäude unterzubringen, in dem Familien mit Kleinkindern leben”, meinte Zaia. Damit schüre man nur soziale Konflikte.

Zaia führt die Front der Präsidenten norditalienischer Regionen an, die keine „Flüchtlinge“ aufnehmen wollen. An seiner Seite stehen sein Parteikollege Roberto Maroni, Präsident der Lombardei, und der rechte Gouverneur Liguriens, Giovanni Toti.

 

 

Quelle: Zuerst

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