In Washington ist ein Wirtschaftsdialog zwischen den USA und China gestartet worden. Vor den Gesprächen unter dem Titel „U.S.-China Comprehensive Economic Dialogue“ hatten die Seiten ihre Auseinandersetzungen in Bezug auf Nordkorea und den Export chinesischen Stahls ausgeklammert, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

Die Behörden beider Seiten haben die Bitten der Unternehmen berücksichtigt, keinen Handelskrieg zuzulassen. Doch Experten zufolge ist bei den Gesprächen kein Durchbruch zu erwarten. Peking wird nicht auf die Subventionen für Staatsunternehmen verzichten und Washington wird kaum die Einschränkungen beim Verkauf von High-Tech-Technologien an China lockern.

Die jährlichen Sommergespräche zwischen den USA und China finden seit 2006 statt. Die Administration von Donald Trump hat sie unter dem oben genannten neuen Titel aufgenommen.

Eine entsprechende Vereinbarung wurde im April beim Treffen zwischen Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping in Florida erreicht. Damals wurde vereinbart, einen 100 Tage währenden Aktionsplan ins Leben zu rufen. Im Ergebnis öffnete China erneut seinen Markt für US-Rindfleisch. Laut Bloomberg wurde außerdem versprochen, amerikanisches Flüssiggas zu kaufen und den Amerikanern einen größeren Zugang zum chinesischen Finanzsektor zu verschaffen.

Laut dem russischen Experten Wassili Melechow sprechen Journalisten zwar vom Handelskrieg, doch es wird ihn nicht geben. Der Grund sei unter anderem, dass von diesem Handelskrieg China, aber nicht die USA profitieren würden. Laut den Chinesen ist der chinesische Markt für die US-Unternehmen von lebenswichtiger Bedeutung.

Was die aktuellen Verhandlungen angeht, steht im Fokus das so genannte Investitionsabkommen zwischen China und den USA. Es wurde bereits unter Obama erörtert, doch die Trump-Administration bremste es. Es handelt dabei sich um die Regelung der Investitionsgeschäftsführung, de facto um die Anpassung der Investitionsbedingungen an US-Standards.

Auf den ersten Blick erscheint es merkwürdig, dass die Initiative vor allem von China ausgeht. Die Chinesen sehen darin eine Möglichkeit, auf dem US-Markt Fuß zu fassen, darunter auf dem Investitionsmarkt bezüglich Fusionen und Übernahmen.

Die US-Seite wird wohl versuchen, über die Rahmen der reinen Wirtschaftskooperation hinauszugehen. Die Amerikaner wollen einen möglichen Kompromiss beim Investitionsabkommen an das außenpolitische Verhalten Chinas, vor allem in Bezug auf das Atompotential Nordkoreas, knüpfen.

„Meines Erachtens ist eine vorsichtige Vorwärtsbewegung zu erwarten. Selbst die Tatsache solcher Verhandlungen ist sehr wichtig für die Entwicklung der bilateralen Beziehungen. Man sollte auch das Streben Chinas nach der Verbesserung der Wirtschaftsbeziehungen zu den USA hervorheben. Doch ein Durchbruch ist kaum zu erwarten“, so der Experte.

Wie der China-Experte Eswar Prasad berichtete, kann bei den Gesprächen maximal erreicht werden, dass China auf die Öffnung einiger spezifischer Märkte für die USA eingeht. Dies würde Washington ermöglichen zu erklären, dass er bei den Verhandlungen als Sieger hervorging.

An den Verhandlungen nehmen US-Handelsminister Wilbur Ross und Finanzminister Steven Mnuchin teil. China wird durch Vizepremier Wang Yang vertreten. Darüber hinaus kamen hochrangige Wirtschaftsbosse wie Alibaba-Chef Jack Ma und der Exekutivdirektor der Investitionsgesellschaft Blackstone, Stephen Schwarzman, nach Washington.

 

 

Quelle: Sputnik

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