US-Präsident Donald Trump hat nach Angaben der „Washington Post“ beschlossen, ein Geheimprogramm der CIA zur Ausbildung „gemäßigter Rebellen“ in Syrien einzustellen, die gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad kämpfen.

„Die Entscheidung wurde angeblich getroffen, um (Russlands Präsident) Wladimir Putin ein Signal zu senden, dass die US-Administration die Beziehungen zu Moskau tatsächlich verbessern will“, hieß es in dem Beitrag. Das russische Internetportal svpressa.ru wies darauf hin, dass weder der Auslandsgeheimdienst CIA noch das Weiße Haus die Publikation vorerst kommentieren wollten.

Zudem zeugt der Verzicht auf das Programm von der Festigung der Position des syrischen Präsidenten Assad. Es sei auch an die jüngste Erklärung von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron erinnert, wonach Paris nicht mehr auf Assads sofortiger Absetzung besteht. Inoffiziell wird diese Position auch von den USA und der Türkei geteilt.

Einige US-Experten bezeichneten die Nachricht als positiv, obwohl mehrere Analysten von „Putins Sieg in Syrien“ und von einer Falle für die USA sprechen. Das CIA-Ausbildungsprogramm für Aufständische war 2013 von der Administration des damaligen Präsidenten Barack Obama initiiert worden, um den Druck auf Assad zu verstärken. Aber an der Effektivität dieses Programms zweifelten sogar Anhänger harter Maßnahmen in Syrien.

Medien hatten mehrmals über Fälle berichtet, da in CIA-Lagern ausgebildete Aufständische mit all ihren Waffen auf die Seite der Extremisten wechselten oder gar desertierten. Versuche, die Terroristen aus Rakka mit Hilfe dieser „moderaten Aufständischen“ zu vertreiben, schlugen ebenfalls fehl. In diesem Zusammenhang wurden noch unter Obama Appelle laut, das Ausbildungsprogramm einzustellen.

Auch Trump hatte noch während der Wahlkampagne großen Zweifel daran geäußert, dass die Unterstützung dieser syrischen Gruppierungen fortgesetzt werden sollte. Auf die Frage eines Reporters, ob er wisse, dass Russland Bomben auf jene abwirft, die von Washington unterstützt werden, sagte Trump:

„Klar, natürlich. Und warum unterstützen wir sie? Wir wissen nicht einmal, wer diese Menschen sind. Generäle hatten mir mitgeteilt, dass wir Ausrüstungen im Milliardenwert an Leute verschenken, von denen wir gar nichts wissen. Möglicherweise sind sie schlimmer als Assad. Assad ist kein unschuldiger Säugling, er ist ein schlechter Kerl. Aber wer sind denn die Menschen, die wir unterstützen?“

Mehrere Experten sind dergleichen Meinung. „Das ist ein Sieg Assads, des Irans und Putins. Das war unausweichlich. Aber das ist zugleich ein Sieg Amerikas“, sagte Joshua Landis, Direktor des Zentrums für Nahoststudien an der Oklahoma University, in einem Interview der „Washington Post“.

„In diesem Fall bin ist der Ansicht, dass Trump eine richtige Politik betreibt. Versuche, Russland in Syrien zurückzudrängen, wären wahnsinnig, weil Russland hilft, (die Terrornetzwerke) Al Qaida und Daesh zu verfolgen. Es wurde klar, dass die Aufständischen keine Siegeschancen haben, dass die USA Assad nicht unter Druck nehmen können und dass die meisten Waffen in die Hände der Extremisten gelangen. Obama hatte eine ähnliche Entscheidung erwogen“, sagte der Wissenschaftler.

Laut Plänen soll das Ausbildungsprogramm binnen einigen Monaten eingestellt werden. Danach würde sich das Engagement der USA in Syrien nur auf Luftoperationen und auf die Unterstützung der kurdischen Aufständischen beschränken. Von der „Washington Post“ befragte Experten sind der Ansicht, dass dies auch gewisse Gefahren in sich birgt. Denn die USA würden in diesem Fall die Fähigkeit einbüßen, andere Länder wie die Türkei oder Golfstaaten daran zu hindern, die Assad-feindlichen Aufständischen mit Waffen zu versorgen.

Nicht ausgeschlossen ist, dass sich Trump gezwungen sehen wird, einen radikalen Schritt wie den Bombenangriff auf eine syrische Luftbasis zu unternehmen, um seine Gegner zu beschwichtigen. Aber auf die Regelung in Syrien und die Wiederherstellung der amerikanisch-russischen Beziehungen wird sich das kaum positiv auswirken.

Sollten sich diese Angaben bestätigen, dürften die Kräfte dieser „moderaten Aufständischen“ den politischen Schauplatz in Syrien allmählich räumen. Unter Berücksichtigung dessen, dass Russland und die Türkei einen ernsthaften Dialog führen, darunter auch über die Lieferung von S-400-Luftabwehrkomplexen, könnten in diesem Dreieck Elemente von Vertrauen aufkeimen, so svpressa.ru.

 

Quelle: Sputnik