SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat vor der Wiederholung der Flüchtlingskrise gewarnt, berichtet Bild am Sonntag. Dabei kritisierte der Politiker die Bundeskanzlerin Angela Merkel und rief zu Handlungen auf, um dies zu vermeiden.

„2015 kamen über eine Million Flüchtlinge nach Deutschland – weitgehend unkontrolliert“, so Schulz. „Damals öffnete die Kanzlerin die Grenzen nach Österreich. Aus gut gemeinten humanitären Gründen, aber leider ohne Absprache mit unseren Partnern in Europa. Wenn wir jetzt nicht handeln, droht sich die Situation zu wiederholen“, erläuterte er.

Laut der Bild am Sonntag macht Schulz die Flüchtlinge zum Wahlkampfthema und reist am Donnerstag nach Italien, wo er sich mit Ministerpräsident Paolo Gentiloni trifft. Der Kanzlerkandidat nenne die Situation „hochbrisant“ und betone:

„Wer auf Zeit spielt und versucht, das Thema bis zur Bundestagswahl zu ignorieren, verhält sich zynisch.“

In Rom wolle Schulz mit Gentiloni über Sofortmaßnahmen sprechen. Demnach sollen andere EU-Länder, mit Ausnahme von Deutschland, gegen Geld von der EU-Kommission Italien Flüchtlinge abnehmen.

Europa durchlebt zurzeit die schwerste Migrationskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Nach Angaben der Internationalen Migrationsbehörde (IOM) waren 2015 insgesamt etwa 1,8 Millionen Flüchtlinge nach Europa gekommen. Ende Juli 2016 hatte das IOM mitgeteilt, seit Jahresanfang 2016 seien immer noch mehr als 240.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa eingereist.

 

Quelle: Sputnik

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