Die von der „Washington Post“ ermittelten Leaks über den Beschluss des US-Präsidenten Donald Trump, die CIA-Hilfen für die gemäßigte syrische Opposition zu stoppen, werden von Trumps Gegner sicherlich für weitere Attacken auf ihn genutzt werden, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

Die westliche Presse hat Trump bereits vorgeworfen, „die syrischen Kämpfer gegen die Diktatur verraten“ und ungerechtfertigte Zugeständnisse an Russland gemacht zu haben. Doch der Beschluss Trumps ist in der Tat logisch und entspricht seinem Konzept einer pragmatischen Außenpolitik, die er während des Wahlkampfes angekündigt, aber nicht in allen Bereichen umgesetzt hat.

Das Hilfsprogramm für die syrische Opposition, das unter Barack Obama 2013 angenommen wurde, ist ein klassisches Beispiel für eine ganz andere Außenpolitik – nicht pragmatisch, sondern ideologisch geprägt. Washington setzte vor vier Jahren auf gemäßigte weltliche Kräfte, deren Aushängeschild die Freie Syrische Armee war. Doch das funktionierte nur in der Theorie. In der Praxis stellte sich heraus, dass die gemäßigte Opposition bei internationalen Konferenzen zwar aktiv vorgeht, auf dem Schlachtfeld aber keine bedeutende Rolle spielt.

Die Kooperation zwischen den USA und der syrischen Opposition wurde von ständigen Skandalen begleitet, wobei sich die CIA mehrmals nicht im guten Licht präsentierte. Hunderte Millionen Dollar wurden de facto vergeudet – die von Amerikanern ausgebildeten Kämpfer der gemäßigten Opposition erwiesen sich oft in den Reihen der radikalen Gruppierungen – samt der von Washington bereitgestellten Waffen. Die Freie Syrische Armee hat innerhalb von vier Jahren keine bedeutenden Erfolge erreicht. Trump änderte die Syrien-Strategie somit aus rein pragmatischen Gründen.

Pragmatismus diktiert ganz andere Prioritäten.

Man sollte sich in Syrien vor allem auf den Kampf gegen den Hauptgegner konzentrieren – gegen den IS und andere Terrorgruppierungen. Zudem sollte man nicht auf so genannte Gemäßigte, sondern auf die einzige kampffähige proamerikanische Kraft in Syrien – die kurdischen Einheiten – setzen. Im Unterschied zur Freien Syrischen Armee leisten sie dem IS effektiv Widerstand und erobern derzeit die IS-Hochburg Rakka.

Zudem sollte die Forderung nach dem Rücktritt Assads von der Tagesordnung gestrichen werden. Das Hauptproblem für die USA im Nahen Osten ist nicht Assad. Außerdem änderte sich das Kräfteverhältnis seit dem Eintritt Russlands in den Konflikt. Die Eroberung von Damaskus und ein Machtwechsel sind ein kaum umsetzbares Szenario. Deswegen ist die weitere Finanzierung der Freie Syrischen Armee, die Fortsetzung der „ideologischen Investitionen“ Obamas, eine sinnlose Verschwendung des Geldes der US-Steuerzahler.

Zudem sollte man nicht vergessen, dass der Beschluss über den Stopp der Finanzierung für die syrische Opposition bereits vor einem Monat getroffen wurde, also noch vor dem Treffen Trumps mit Putin in Hamburg. Da das Thema Syrien bei den Gesprächen im Mittelpunkt stand, kann man zum Schluss kommen, dass die Revision der amerikanischen Syrien-Strategie in vielerlei Hinsicht einen Erfolg mit sich brachte. Damit wurde ein positiver psychologischer Hintergrund geschaffen und dem Kreml gezeigt, dass die jetzige US-Administration die Fehler ihrer Vorgänger korrigieren kann.

 

Quelle: Sputnik

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